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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-07-01 · Heft 2 (Juli 1929) · p. Seite 121

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 2 (Juli 1929)
Article
Zur Geschichte der Juden in Passau
Date
1929-07-01
Page
Seite 121 (sequence 3)
Language
German
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W. M. Schmid. Zur Geschichte der Juden in Passau. Verwaltung und Gericht kontrollierte. Dadurch sind ihr freilich die anderswo auftretenden Kämpfe zwischen Patriziern und Zünftlern erspart geblieben, aber auch mancher Ansatz zu freier wirtschaftlicher Entwicklung vertrocknete. Nachdem nun auch Alt-Passau schon in römischer Zeit von Bedeutung für den Grenzhandel war, ist die Anwesenheit von Juden bei dem Kastell Batave doch sehr wahrscheinlich. Als sicher dürfen wir sie annehmen für das Ende des IX. Jahrhunderts; mit der fortschreitenden Kolonisation der bayrischen Ostmark gewann Passau als Ausgangspunkt" des Handels donauabwärts an Bedeutung; 886 verlieh Kaiser Karl III. den Passauer Händlern Zollfreiheit zu Wasser und zu Lande, was nicht geschehen wäre, wenn nicht ihre Verbindungen weithin gereicht hätten. Von den Markt- und Zollstätten am Donauufer in Rosdorf, Linz, Ebersburg und Mautern ging der Handel durch das Mühlviertel nach Südböhmen und noch weiter nach Norden; die Zollordnung von Raffelstätten von ca. 903, welche den Verkehr an diesen Orten regelte, führt als Händler neben Bayern, Slaven und Russen ausdrücklich Juden an.1) Durch die Ungarneinfälle bis 955 ist aber der Handel ziemlich gestört worden und blühte erst mit der zweiten Kolonisation des Gebiets wieder auf, und zwar verstärkt, da auch das christlich gewordene Ungarn sich nun anschloß. Die volle Mautfreiheit auf allen Flüssen des Reiches, die Kaiser Otto II. den Passauer Kaufleuten 976 verlieh, ist dafür bezeichnend. Einen weiteren Aufschwung bringen seit 1096 die Kreuzzüge, die meist den Donauweg einschlugen. So entstanden in den Märken und Städten östlich von Passau, auch begünstigt von den Babenbergern, welche 1156 die bayrische Ostmark als selbständiges Herzogtum Oesterreich erhalten hatten, eine Anzahl Judenx) M. Vancsa, Geschichte Niederu. Oberösterreichs I 157. — Mon. Boica 28 IL S. 206. 2. Passau Altstadt. Ehem. Judengasse. 3« 121

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