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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-07-01 · Heft 2 (Juli 1929) · p. Seite 118

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 2 (Juli 1929)
Article
Die Judenpolitik Herzog Heinrichs des Reichen von Landshut
Date
1929-07-01
Page
Seite 118 (sequence 25)
Language
German
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Beilage 2m „Die Judenpolitik Herzog Heinrichs". gnaden, oder wem sy das bevelhen, ausrichten und bezalen sullen und wellen unverzogenlich und an aller widersprechen und auch dafür recht werer selbschollen und pfanthaber sein, täten wir aber solh zalung, so oben begriffen sein, also nit für uns und dy andern Juden auf dy benanten zwo frist, so sullen wir all und dy andern Juden im lande yetzo wonhaftig auch unser und ireu weiber und kind dann in der väncknuss sein in aller der masse, als wir yetze darein genomen und gehalten sein, mit unser aller leib und gut so lang, bis dy benante sium oder was daran nit bezalt war ganz von uns ausgericht und bezalt ist. wir Juden all oben benant und im lande, als oben berürt ist, auch unser weiber, eriben und kinder sullen auch in der zeit als zwischen hie und den schirsten Liechtmessen mit unserm leib und gut aus irer gnaden lande und aus der Stat oder margkte, darinnen ain) yeder heuslich wonet, nit komen in kainerlay weise, es geschehe dann mit ihrer gnaden oder irer pfleger oder richter derselben Stat oder marckt erlauben, willen und wissen, ob aber das von einem oder mer überfarn würde, so sein dy andern all mit unserm leib und gut, als oben berürt ist, aber recht gewer und pfanthaber in obengeschribem masse als umb dy 25 000 reinisch guidein und umb all ander Sachen, so wir mit iren gnaden beteidingt haben, wir süllen und wellen auch von der väncknuss wegen nymant dester feinter sein und auch wider das alles yetzo noch hinfür kainerlay freyhait, gnade, recht, Satzung, wie das genant wär oder werden möcht, ain hilf, dy uns vorhin geben oder noch zuvallen oder geben werden möcht aus gnaden oder sunst, dawider nit suchen, bitten, gemessen noch gebrauchen in kainerlay weise mit recht auch an recht, geistlich oder weltlicher weder inner oder außer landes und an allen endten, wann wir uns des gar und ganz verzeihen und solh hilf yetzo widersagen und widersprechen in kraft des brifs, darein wir obgenant Juden von Landshut, Inngolstat, Burghausen, Brawnaw, Lanndaw und unser yeder ain ayde und auf Moyses pücher williklich gesworn haben zu merer zeugknuss und vestigung der sachen, alles das statzuhalten, das an dem brif verschriben ist, den wir darüber wissenlich geben mit der edeln, vesten herren Wolfgangen Pyentzenawer, Hainrichen Herttenberger Richter, Friedrichen Tobelhaimer landtschreiber, und Hannsen Leytgeben kamrer zu Landshut anhangunden insigelen, dy sy umb unser vleissigen bete willen an den brif gehangen haben in und iren eriben an schaden, darunder wir uns mit unsern treun und ayde. als wir den gesworn haben, verpinten, stat und war zu halten ausweisung des brifs, und wann aber iren gnaden dy erste zalung völliklich geschähe, so sullen sy dy Jüdischait notturftiklich und gnädiklich der ersten sum dann quittieren, und wann iren gnaden dy ander auf dy lesst frist auch völliklich geschähe, so sullen sy den brif wissenlich ganz abtun, das der den Juden dann an schaden sey, und wir Juden dy quittung umb dy ersten zalung dann auch henwider geben, zu Landshut an mitichen nach aller heiligen tag nach Kristi gepurde vierzehenhundert und im funfzigisten jare." 118

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