Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · p. Seite 34

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 1 (März 1929)
Article
Hebräische Quellen zur Frühgeschichte der Juden in Deutschland
Date
1929-03-01
Page
Seite 34 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2259275-2259276-2259278-2259694--2348-2259778
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Hebräische Quellen zur Frühgeschichte der Juden in Deutschland von I. Elbogen-Berlin. Die Quellen zur frühen Geschichte der Juden in Deutschland sind überaus spärlich1). Von jüdischen Gelehrten wird häufig die ungenügende Berücksichtigung hebräischer Quellen beklagt, es wird namentlich auf die Responsenliteratur verwiesen, die eine Reihe von Mitteilungen über das Wirtschaftsleben der Juden enthält und so die aus den Urkunden und den Geschichtserzählungen bekannten Einzelheiten ergänzt und beleuchtet. Dieser Vorwurf übersieht, daß die Responsen, abgesehen von den kurzen Auszügen bei Aronius und Hoffmann2) den meisten Benutzern nicht zugänglich sind, und daß selbst die dort gegebenen Stellen sich fast ausschließlich auf den Geldhandel beziehen. Die von der Historischen Kommission für die Geschichte der Juden in Deutschland geplante Sammlung von Regelten aus der hebräischen Responsenliteratur, die als Ergänzung zu Aronius gedacht war3), ist leider nie erschienen, und selbst Caro*) mußte sich für seine Wirtschaftsgeschichte mit den oben erwähnten Materialien begnügen. Das hebräische Quellenmaterial ist mit der Responsenliteratur nicht erschöpft, vielmehr enthält das gesamte rabbinische Schrifttum historisch wichtige Nachrichten, da es das tägliche Leben des Juden berührt und in objektiver Weise Einzelheiten anführt, die sich auf seine Arbeiti seine Sitten, seine Kleidung, sein häusliches Leben, seine Beziehungen] zu den jüdischen und nichtjüdischen Nachbarn beziehen. Die Dinge werden ganz gelegentlich berührt, ohne die Absicht, als geschichtliche Quellen zu gelten, und verdienen gerade darum Glauben. Freilich haftet allen jüdischen Quellen, auch den Responsen, der Mangel an, daß sie ihre Nachrichten meist ohne Jahreszahlen und Ortsbezeichnungen geben — vielfach aber ist es durch Paralleltexte möglich, solche Daten zu gewinnen. Namentlich das Quellenmaterial aus der Früh- J) Eine an Vollständigkeit grenzende Sammlung bei J. Aronius, Regesten zur Geschichte der Juden im fränkischen und deutschen Reiche bis zum Jahre 1273, Berlin 1902. 2) M. Hoffmann, Der Geldhandel der deutschen Juden während des Mittelalters (Schmoller u. Sering, Forschungen, Heft 152), 1910. 3) Vgl. Kober oben S. 16. *) G. Caro, Sozialu. Wirtschaftsgeschichte der Juden im Mittelalter und der Neuzeit, I2, Frankfurt 1924, II. Leipzig 1919. s* 34

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.