Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- In Börnes Aufsatz: "Juden in Frankfurt a. M."
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 391 (sequence 1)
- Language
- German
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Miscellen. 391 Zu Sörnes Äussatz : „Juden in Frankfurt a. M." (Sörnes Schriften VI, S. 6K-7V). Die von K. E. Franzos veröffentlichten Briefe Börnes („Deutsche Dichtung" III. Bd., 2. H. S. 62 ff.) erinnerten an die bekannte Thatsache, daß Börne Mitarbeiter am Cotta'schen Morgenblatt gewesen sei und wiesen auf die bisher unbeachtete Theilnahme an dem noch kurze Zeit nach Kotzebues Tode in Weimar erschienenen „Literarischen Wochenblatte" hin. Während die ersteren meist mit den Anfangsbuchstaben oder mit dem vollen Namen unterzeichnet unv daher leicht zu finden sind, fehlt bei den letzteren jede Unterschrift. Ueber erstere handeln bestimmte Notizen im Briefwechsel Börnes; dagegen finden sich über Börnes Beiträge in den von A. v. Kotzebue begründeten und noch kurze Zeit nach seinem Tode von den Gebrüdem Hoffmann in Weimar fortgesetzten „Literarischen Wochenblatt" in Börnes Briefen keine bestimmte Notizen. Nur daß er bereit war, das ihm gemachte Anerbieten, in dem „Wochenblatte" zu schreiben, anzunehmen, berichtet Börne am 30. Ott. 1819 (Nachgel. Schr. I, 67) und hat es, wie er dort der Freundin schreibt, am vorhergehenden Tage nach Weimar gemeldet. Und, nachdem er bereits am 9. Nov. unwillig das Ausbleiben der Weimarer Antwort constatirt hat, schreibt er am 14. Nov. (a. a. O. S. 100): „Auch von Weimar habe ich Antwort erhalten. Meine Anträge hat man mit Freude angenommen; und wie freundlich." Das Finanzielle ist Börne auch in diesem Falle nicht gleichgiltig, er freut sich, daß die Herausgeber ihm bis 800 Thaler jährlich zusichern könnten, lehnt aber den angebotenen Vorschuß ab. Um so willkommener ist es daher, daß M. Holzmann in seinem Buche über Ludwig Börne (S. 375), über welches eine Notiz unten in den „Nachrichten" zu vergleichen ist, nach einem Briese der Firma F. A. Brockhaus, die später den Verlag des Lit. Wochenbl. übernahm, Börnes Beiträge zusammenstellt. Unter diesen befindet sich (Lit. Wochenbl. 5. Bd. 1820 S. 286 fg. Nr. 36) auch der oben erwähnte Aufsatz. Der Abdruck in den Werken entspricht durchaus der Fassung in der Zeitschrift; nur in dem folgenden Satze sind in den Werken die gesperrt gedruckten Worte ausgefallen: „Der Handel mit Materialwaaren, weil er viele der Gesundheit schädliche Stoffe unter die Hände bringt, war ihnen verboten." Im lit. Wochenbl. war aber der ganze Aufsatz durch eine Bücherbesprechung veranlaßt. Diese wurde in den Werken gestrichen. Da sie merkwürdig genug ist einen Neudruck zu verdienen, so lasse ich sie hier folgen. Zum Verständniß derselben muß auch der letzte Abschnitt des in die Werke übergegangenen Aufsatzes wiederholt werden: „Mit all diesen Auszeichnungen noch nicht zufrieden, hatten die Juden vor 10 Jahren den Revolutionsschwindel, der sich von Frankreich her nach Deutschland verbreitet hatte, benutzt, und sich unter der Großherzoglichen Regierung die sogenannten angeborenen Rechte für ein Spottgeld, für eine halbe Million gekauft. Darauf maßten sie sich an, Doktoren, Schuhmacher und Schneider zu werden, sie trieben Wissenschaften und die ganze Techno-