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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 3 · p. Seite 388

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Juden im Großherzogtum Baden
Date
1888-01-01
Page
Seite 388 (sequence 6)
Language
German
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388 Miscellen. Bogt, Bürgermeister Rath und Gmeind zu Ach und Thengen hiermit ernstlich und wollen, daß ihr obberührter unserer Ordnung und Satzung seiner Jnhatt nachkommet, die in Euern Verwaltungen und Vondten öffentlich verkünden lasset und bei unsern Unterthanen darob seid, damit die nach ihrem Inhalt unnachläßlich bei Vermeidung unserer Ungnad und Straf gänzlich vollzogen und dawider nicht gethan werde, ihr auch selbst dawider nicht thut noch handelt. Das zu urkund haben wir unsere fürgenomne Ordnung und Satzung mit unserm fürgedruckten Secret verfertigt. Geben zu Jnnsprugg den X. Decembris a. 1551. (Fortsetzung folgt.) Zur Geschichte der Censur. Von M. Grünwald. Daß die Censur nicht nur scheinbar anstößige, das Christenthum schädigende Sätze, Redensarten und Worte gestrichen und oft die betreffenden Schriften verbot, ist bekannt, daß jedoch angestellte „Professoren der hebräischen Sprache" die allerunschuldigsten Wörter misdeuteten, davon mag folgendes einen nicht uninteressanten Beleg liefern. Der Jesuitenpater Franz Haslbauer war ein Zeitgenosse und Freund des berühmten Prager Rabbiners Jonathan Eibenschütz. Im Jahre 1726 erschien ein jüdischer Kalender (Luach) in Amsterdam und enthielt bei Angabe des liturgisch-rituellen Theiles die Worte O'!L""!PN d. h. alle Fälle wo das Kaddischgebet, das bekanntlich zur Verherrlichung und Anerkennung der Größe und Gerechtigkeit Gottes dient, gesprochen wird. Besagter Luach wurde nun der Censur übergeben und der Censor äußerte sich dieser 2 Wörter halber, wie folgt: „Ich endes unterschriebener der Soeietät «lesu Priester Bezeuge ex Oküeio 06Q8ori8 I^broruin Sedraieorum daß der mir von einem Löbl. Huxelä ^.mdt überschickte Jüdische Oalenäer I^uaek genand, in Ambsterdam gedrucket, nebst andern verdächtigen wördern (Wörtern) einen klaren erschröcklichen Fluch wider die heilige Gottes in sich begreiffet. Nemblich ^olio 1<> eowiuna 2» anstatt Q'NNj^ eol kakkeäosedim aller Heiligen stehet O^N^N eol Kakkeäeselum aller Huretreuber. ^etum?raxae aä 8. Olement.?ranei3eu8 LtaÄdauer 13 ^edruaij 1726 e Loeietats ^e8U 8. I^ivKuae pro5e88or et lidr. Ledr. Oen8or m. x. Da nun zur Vertheidigung und Rechtfertigung der Juden ein Vorcensor bestellt war, der die Einwände der Censur beseitigen konnte und durste, so erwiderte dieser, damals Simon Jeitelß (Jeiteles) „Prager jüdischer Vor Sensor" (Censor), aus den Einwand des Pater Haslbauer folgendes:

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