Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Aus einer Pesach-Hagada
- Date
- 1888-01-01
- Page
- 381 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiscellen. Aus einer Pefach-Hagada. Bon M. Mannheimer. Auf der Großherzoglichen Hofbibliothek in Darmstadt befindet sich eine Pesach-Hagade (NOO ^^^^), die ein wahres Kunstwerk zu nennen ist. Sie ist mit sehr schönen und ungewöhnlich großen hebräischen Buchstaben (Quadratschrist 2N2), auf festen und dicken Pergamentblättern geschrieben und mit farbenreichen schönen Bildern bemalt, die den Sinn des Textes drastisch darstellen sollen. Ihr Schreiber, Sofer, war: Israel Sohn des Meir in Heidelberg. Diese Hagada enthält auch einen beigefügten von dem nämlichen Soser geschriebenen Commentar, in welchem ich folgende für die Geschichte der Juden interessante Nachricht gefunden habe. — Zu der Stelle des Hagada-Textes, welcher lautet d^55 12N^2> "!2^2 "?^X 55^, 15^ IZ'N'QXV ^711 OI'O 1^2.1 XI.-! "INI 1^^^2V IN^N ^?22^ „Und das ist's, was unfern Bätern und uns beigestanden; denn nicht etwa Einer wäre es, der sich erhoben hat, uns zu Grunde zu richten, sondern in jedem Geschlecht und Zeitalter stehen boshafte Menschen gegen uns auf, uns zu Grunde zu richten, allein der Heilige, gelobt sei er! rettet uns aus ihren Händen" — fügt der Commentar hinzu: nnx j?^2VO2 71O 71'^ .^^O2 ^>22 nv!? O'^PON O'phd? N ^!NX2 O^IN^I ^2 O'21N N1N"»2 ^122 X^>1 I^^LN ."?2P^1 ^122 .^NIX O^I2^N Q^IX : ^>1O^ 1^ l^'^l ^O^> ^>2 1N2^^> 1^ O'ON^^ Ol^N '2 12^! 1^ NX? O^'2^ N^1N^> NX 12"?N ^N2N2 ^2 TUlN O^^O l^^'l 1^2^ 2^'!^ O'NN'O „Denn sie (unsre Femde) erheben Beschuldigungen gegen uns zu jeder Zeit, wie die Begebenheit darthut, die hier in Metzburg sich ereignet hat. Da fiel nämlich eine Christenfrau in eine Grube (Cisterne, Brunnen), die sich auf öffentlichem Platze, wo Juden wohnten, befand, im Monat Adar, im Jahre 4948 (der Weltaera — 1198 u. Zeitrechnung). Und da haben sie die unwahre Beschuldigung gegen uns erhoben, sprechend: Ihr habt sie in die Grube gestürzt, aber der Heilige, gelobt sei er! rettete uns und sie thaten uns nichts. Denn Gott hat uns Erbarmen finden lassen bei dem Fürsten. Deßhalb haben wir Gott zu loben jedes Jahr dafür, daß er uns