Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Juden und die deutsche Literatur
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 372 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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372 Ludwig Geiger, Die Juden und die deutsche Literatur. geläufigsten war Melanchthon der Ausdruck, der denselben unterschiedslos auf alle seine Gegner, z. B. Eck, Nutzer, Emser, Carlstadt anzuwenden pflegte'). Fast am Ende des Zeitraums steht dann eine förmliche Begriffsbestimmung dieses neuen Sprachgebrauchs: „Judenthum heißt alles, was auff eußerliche ding trawet vnd bawet, wie das Luthertumb auff die Schrifft vnd einen getichten Glauben" 2). Nachträge. Zu S. 338, A. 1. Ueber die Schrift des Nigrinus schreibt, wie mir Herr Rabb. vr. Münk in Marburg mittheitt, Landgraf Wilhelm IV., 19. Februar 1570, an seinen Bruder den Landgrafen Ludwig (gedruckt in Ztschr. f. Gesch. und Landeskunde, IV. Band, Cassel 1847), er habe das Buch gelesen: „Befinden daraus, das es schlecht Werck vnd schier nichts darin ist als Fabeln von dem durchstochenen sacramentlichen Brodt vnd dergleichen, vnd was darin ist, so ein wenig von Vernum haben mochte, solches ist alles von Wortten zu Wortten aus andern ^.utkorldus mutuirt. Zudem da auch solche ^r^umenta, die in berurtem Buchlein angezogen werden, gelten sollten, so müsse man keine andern Religions Verwanthen ausserhalb der Religion, deren die Obrigkeytt zugethan, gedulden." Gelte der Grundsatz, so hätten die Katholiken recht, auch aus ihren Gebieten alle Andersgläubigen zu verjagen. Zu S. 340 fg. Ein Bericht über Michel Jude aus dem Augsburger Reichstage aus Barth. Sastrows „Denkwürdigkeiten" ist aufgenommen in G. Freytags „Bilder aus der deutschen Vergangenheit" (Ges. Werke Bd. XIX S. 167 ff.) Der Genannte ist nicht zu verwechseln mit dem in Justus Jonas Briefwechsel (hgg. von G. Kawerau, Halle 1885, Band II) vielgenannten Kammerschreiber Michael Gutt, obwohl dessen Name einmal (a. a. OH, 81) mit hebr. Buchstaben geschrieben wird. (Der Genannte ist, wie es scheint, städtischer Beamter, sein Schwager, vgl. II, 132, protestantischer Pfarrer). verläugnen. 1526. Das Citat nach Hagen: Deutscht, rel. u. lit.Verh. im Ref.Z. A. III, 294 A. 3. ') Vgl. z. B. Corpus kskormatornni I, 140, II, 21. 42. — Ferner: Köhler, Beitr. z. Ergänzung der deutscheu Literatur- und Kirchengeschichte, Leipzig 1792, I, S. 152, einen ähnl. Ausdruck daselstb S. 121. — Melanchthon, der überhaupt weit leichtgläubiger und abergläubischer — auch in dieser Beziehung ein echter Humanist — war, als der Meister, traute den Juden alles Mögliche und Unmögliche zu. Bon großer Naivetät zeugt jedenfalls der Brief an Joach. Camerarius, 19. Juni 1530 (L!orp. Ref. II, 119), in dem er berichtet: Lade3 uostra omuia praeter yuanZarn kadulas similliraam, sed eertam et veram liistoriain «IndaeiL Hui in- Knitum exereituiu oontraxerunt invaäenÄalu ^alaestiuaro. (Gemeint sind Gerichte, wie die oben S. 365 behandelten.) y Epistolar Caspar Schwenkfelds 1566, S. 287.