Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 57)
- Language
- German
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288 Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher 11. Unser Leben ist Wind. 12. Des Daseins „8ü88^eit" ist mit „Litterkeit" gemenget. 13. O Mensch, gedenke, daß du von Erden kommst und wieder zu Erden wirst. 54. Was Hilst dich denn dein stolzer mut, darzu dein (großes) geld und gut, wenn du vun hier sulst scheiden; ach, hastu denn vil guts getan, so werd dich gott entsangen schon, und in sein reich inlossen. 15. Wärku ein mensch, ein mächtiger Herr, und alle die welt dein eigen war als künig Alexander, was helfet dich denn dein Herrlichkeit, wenn du durch Pein und bitterkeit mußt sterben als ein andrer. 16. O we der große angest und not, wenn sich genehet der bitter tod, wenn leib und sel füllen scheiden; denn ficht ein mensch vor sich stan alles, was er sein teg hat getan, gott jisbarach ^) urtel muß er beiten.^) 43. Die nächste Str. beginnt mit den Worten ,Mr 86in alle (lu) toäeg maekt", wie auf S. 38 unten zu ersehen ist. Jetzt aber folgt im Ms. der Schluß eines didaktischen Liedes, 10 4zeil. Strophen. Die Lehren, die in den einzelnen Strophen gegeben werden, scheinen aus dem Hebräischen übersetzt zu sein; sie sind ganz in der Art gehalten wie im „Buch der Frommen", das im 13. Jh. nach Güdemann (Gesch. des Erziehungswesens und der Cultur der Abendland. Juden, Wien 1880. I, 287) in den Rheinlanden entstanden ist.^) 1. Hat dir jemand vil guts getan, gar oft sulstu gedenken daran, es sol dir sein von herzen leid an dir zu spüren kein dankparkeit. 2. Zn deiner jugend sulstu dich mit arbeit üben fleißiglich, darnach die arbeit schwerlich ist, wenn du zu der elter kumen bist. 3. Glaube nicht einem jeden; mancher meint es falsch. 4. Sei mäßig im Zorn, zürne nicht um einer kleinen Ursache willen. 5. Säume nicht zu lernen; Schande hat, der nichts lernen will. gelobt sei er. 2) Ms. daäen. 2) eü7. Güdemann, a. a. O. 178 ff.