Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XXI (1918)
- Issue
- 4/6 (Juni-Dezember 1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- Seite 59 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Forccher die Beschäftigung mit der* Wissenschaft der Astronomie ist und wie ganz besonders die in neuerer Zeit hervortretenden Bestiebungen nach Vereinfachung des gregorianischen Kalenders auch auf den jüdischen Kalender und die Festsetzung der Zeiten für Sabbat und Festtage einen gewaltigen Einfluss ausüben und eine noch nicht eu übersehende Umgestaltung hervorrufen könnten, deren Abwehr jedem denkenden Jehudi am Herzen liegen mus8. — J. N. Epstein in Charlottenburg macht Mitteilungen über ״Ein Fragment der Hehr. Halacliöt Pesukot* (S. 96—181), dessen Veröffentlichung auf Grund einer Hdsch. der Bödleiana hier von einem Sachkenner und Fachgelehrten ausgftht, die jedem Talmudforccher cokr willkommen sein mus?. Vrf. zieht die cd. Vonedig und od. Berlin zur Vergleichung herbei uud zeigt eine staunenswerte Beledenheit iü der oiüachlägigigeü Literatur. Seine auf eingehendem Studium beruhende Arbeit darf auf unb$scbränkto Anerkönäuüg rechnen. — ״Der Pattf ärch ilillel״ ist es, don Rabbiner Stein in SchWöiäfiitt in fcWei Vorträgen uns verführt (S. 187-104)* ln über• sichtlicher klarer Darstellung erhalten wir ein Bild des Patriarchen hinsichtlich coincr Abstammung und Jugendzeit, «einem Vcrhält&U zu B’no Bcthora, sowie über Both Ilillel und Betli Scbnmmai, gestützt auf Halovy, deßoen epochemachende Forschungen der Vrf. auch sonst zur Erhärtung seiner Charakteristik mit Kenntnis und Geschick vor-* wertet. Hillels religionsphilosophische und ethische Anschauungen werden erörtert und hieran anreihend sein Wirken auf dem Gebiete der Halachab, der Pädagogik, sowie die Art und Weise seiner Bibelerklärung. Schliesslich wird der Patriarch als Meister der Halacbah gekennzeichnet und auf seine in dieser Hinsicht getroffenen Anordnungen und Einrichtungen hingewiesen. Was Vrf. bezweckt, ein Charakterbild Hillels in volkstümlicher Weise darzubieten, das ist ihm in vorbildlicher Weise gelungen. «— Lewin in Kempen, der fleissige Forscher, bringtein Bild ״Aus dem jüdischen Kulturkämpfe“ (S. 165—197). Es handelt sich um dio Angriffe, die das unter dem Titel דברי שלום ואסת bekannte Sendschreiben des Naftali Herz Wesel (Hartwig Wessely d.a. 1782) erfuhr. Lewin bringt durchaus stichhaltige und begründete Beweise dafür, dass Wesselys Behauptungen unbegründet, unhistorisch und oberflächlich sind. ״So gutgemeint und von edler und tiefer Teil• nähme an dem Erziehungswerko seiner Glaubensgenossen erfüllt da3 Sendschreiben erscheint, die halb unvorsichtigen, halb haltbaren, halb wahren, halb ungenauen, halb schiefen und halb irreführenden Aeusaorungen, die hier in ihrer Totalität nicht aufgezeigt zu werden brauchen, reizten zum Widerspruch und forderten die bisherigen Träger der jüdischen Kultur heraus4*. Zu den Gegnern Wesselys ge• hörten dio grössten Rabbintn und angesehensten Talmuuhöroen. Dar• unter befand sich R. David Tewole, 1774—1792 Rabbiner in Lissa, den zwar Giätz als ״Wiakelrabbincr״ bezeichnet, der aber, wie Lewm hier nachwelot» zu den GrÖS3en seiner Zeit gezählt werden darf. Seine in Bezug auf Wesselys Sendschreiben gehaltene Predigt in Lissa wird hier zum erstenmal vollständig abgedruckt und hiermit gleichzeitig em Beweis dafür erbracht, dass von einem Bannstrahl gegen Wessely oder einem Autodafe seiner Schrift keine Rede sein könne. In einem Anhange wird die Frage, ob dor Wilnaer Gaon R. Elia zu den ausgesproebenen Gegnern Wesselys gehörte, in bejahendem Sinne beant• wortet. — Ebrentreu in München, der scharfsinnige Forscher auf tal• mudischem Gebiete, erfreut uns mit der Fortsetzung seiner Artikelserie über ״Sprachliches und Sachliches aus dem Talmud1״ (S. 198—287).