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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1915-01-01 · 1/3 (Januar-Juni 1915) · p. Seite 6

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XVIII (1915)
Issue
1/3 (Januar-Juni 1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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20 F&csimilen nebst Vorwort. Grossfolio. Gedruckt auf Kosten der jüdischen Gemeinde von Livorno. [Im Lande des Humanismus und des Buchdrucks haben sowohl Pnvatpersonen als auch Gemeinden viel früher hebräische Bibliotheken angelegt als in anderen Ländern in welchen Gemeindebibliotheken eigentlich erst in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts ins Leben gerufen wurden. Mit der Abnahme der jüdischen Gelehrsamkeit — es klingt paradox, ist aber dennoch wa!*r — haben die Gemeindebibliothoken stetig zugenommen — die Nachkommen der jüdischen Gelehrten, welche die Bücher des Vaters oder Grossvaters, aber nicht dessen Wissen geerbt hatten, schenkten die ihnen zugefallene hebräische Bibliothek, mit welcher sie nichts anzufangen wussten, der Ge• meinde. Auf diesem Wege ist wohl auch die Livorneser jüdische Gemeinde, in deren Schosse die Talmud Tora schon anfangs des 17, Jahrhunderts eine Bibliothek begründete, in den Besitz ihrer kost• baren Handschriften- und Büchersammlung gelangt, Im Jahre 1806 wurde ihr die an wertvollen Handschriften und seltenen Büchern reiche Sammlung von Raphael Chajim Monselles (1761—1806) einverleibt, zu welcher sich im Jahre 190'.) die Bibliothek I. E. Mo ndolfis gesellte, eine Stiftung seines Sohnes Prof. Mondolfi. Die aus diesen drei Sammlungen entstandene Gemeindebibliothek besitzt gegenwärtig neben etwa 3000 Druckwerken 121 Bände Handschriften. Unter den gedruckten Büchern beiinden sich 16 Inkunabeln und ein U n i c u m, das ספר מתחי שערים des S&lomonMaschisch(Venedig 1595, De Gara). Den vorliegenden Katalog verdanken wir in erster Reihe dem selbstlosen Eifer Bernheimers, aber auch der Opferfreadigkeit der Livorneser Gemeinde, die das vornehm ausgestattete Werk auf eigene Kosten drucken liess. Den Hanptwert der Bibliothek bilden die Handschriften, welche in dem vorliegenden Katalog samt und sonders beschrieben sind, während bei der Katalogisierung der Drucke eine Auswahl getroffen wurde. Die Momente, welche hierbei ausschlaggebend waren, sind die folgenden: Aufnahme fanden sämtliche Bücher, die vor 1550 gedruckt wurden. Spätere Drucke nur, iusoiern sie entweder an sich oder durch handschriftliche Bemerkungen biblio- oder biographisches Interesse boten; ferner solche, bei denen der Verfasser die Beschreibung der grossen Kataloge berichtigen oder durch Details bereichern zu müssen glaubte. (Vorwort S. VII). Ob er in seinem Verfahren konsequent war oder nicht, ist von untergeordneter Bedeutung und 8011 hier nicht weiter untersucht werden. Jedenfalls wäre eine vollständige Aufnahme des Bücherbestandes für die Bibliographie, wie auch für die Benützer der Bibliothek das wünschenswertere gewesen. Der Katalog zerfällt seinem Inhalte gemäss in zwei Teile, im ersten Teile (74 Spalten) werden die Handschriften, im zweiten Teile (117 Spalten) die Drucke beschrieben Den übrigen Raum des Werkes nehmen neben dem Vorwort 4 Register ein, in welchen die Namen der Verfasser und Uebersetser, die Titel (sachliche Einteilung) der katalogisierten Werke, die Namen der Schreiber, Besitzer, Zensoren usw. und die Ortsnamen verzeichnet sind. Bei der Beschränktheit des Raumes, der dem Verf. offenbar infolge der grossen Druckkosten, zur Verfügung stand, wäre eine Reduzierung des zweiten Teiles zugunsten des ersten angezeigt gewesen. Es hätte namentlich für Proben aus den seltenen and wertvollen Handschriften Raum geschaffen werden sollen, wodurch die Mser von der Kostbarkeit und den guten Lesarten der betreffenden

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