Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XVII (1914)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2254995-7599522-7600244--3363-2258214- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
nun, vermittelst Prof. C. Bezold, an Prof. F. Boll-Heidelborg, einen der besten Kenner der griechischen astronomischen Literatur. Prof. B0I1 hat sie in der Tat beide enträtselt. Seine Antwort lautet nun wörtlich: »1. .שקיפמאד: oxarepvsa. Es gibt wirklich eine Stolle, wo Orion als .Doppelbeil״ erscheint (eigentlich ist das <jx&;׳xpvov, aber offenbar existierte eine Nebenform), und zwar im anonymen Jb'tym. Gudiamm 8. v. ,üpt'wv: ’üp(a>v ovojia xöptov etc. (es wird die bekannte Etymologie von oopeiv und die angehörige Sage erzählt); dann x«l axpov (?) out«> xcAoopevriv ף Xe־eopiv»j aie• itapvia, xotl xXivexai(??) ’£2pe(uvo«. Der Text ist höchst elend und voll Korruptelen; aber der Zusammenhang mit jenem שק*םיגאה ist ganz unverkennbar, denn diese Stelle des Etym. ist die oinzige in der gesammten griechischen Literatur, die meines Wissens diese Nachricht bringt. Danach also ist oxexcipvsa (vielleicht als Plural .die Aexte“) Orion, der ja wirklich wie ein Doppelbeil (als Stil der Gürtel!) aussieht; und 80 wird die Idenfikation der .Zwillinge“ mit zwei Orion-Sternen (in unserer letzten Akademieabhandl. S. 48!) glänzend bestätigt. 2. Fast noch merkwürdiger — weil lateinisch! — ist der andere Name. דרמודנא, Dremuäana ist nichts als Tramontana (ac. antra oder aidcra); und das ist bei Michael Scotus — vgl. Boll’s Sphaora, S. 444 — soviel als ״Nordstern“, nämlich Grosser und Kleiner Bär, in welch letzterem ja der Polarstern ist*. Die zweite Glosse ist nun merkwürdiger Weise eine lateinische und Prof. Boll fragt, ob der Kommentar nicht von einem süditalionischen Juden des XII. od. XIII. Jahrh. verfasst sein könnte? Aber dieses ist ganz ausgeschlossen, da die Autorsqhaft Mejuchas’ Uber joden Zwoifol orlmben ist und da dieaor Name, soweit unsore Kenntnisso reichen, nur in dr ־ Byzanz und später in der Türkei vorkommt (s. Zunz, Literaturgeschichte 380, zitiert von mir ltEJ 60 [nicht 59J, 155). Da nun דרטודנא als ein von Seeführern gebrauchter Ausdruck bezeichnet wird, 80 kann dieses Wort, trotz der griechischen Heimat Mejuchas’, nun doch ein lateinisches sein. Vielleicht aber bringt die nächste Zukunft nähere Nachrichten über Mejuchas und seine Kommentare. Samuel Poznanski. Warschau.