Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XVI (1913)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1913)
- Date
- 1913-05-01
- Page
- Seite 85 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— $6 oichtzu Worte kommen, sind autobiographische Aufzeichnung feil selten“ und besonders wertvoll. Wir wollen daher vorläug einige!Punkte, dieser Memoiren hervorheben, nachdem wir das, was sich über den Schreiber und seine Familie in den Memoiren vorfindet, vorausschicken. f Der Schreiber der Memoiren heisst Dob Beer BolechoW, Wäir Weinhändler in Lemberg in den Jahren 1740—1770. Der Schreiber hat in seiner Jugend viel gelernt, erlernte auch die polnische und deutsche Sprache und hat sich auch dem Lateinisehen zugewandt. Sein Lieblingsbuch war das Werk des englischen Theologen Humprey Prideaux, das Beer in der deutsehen Uebersetzung fleissig gelesen und unter dem Titel דברי ביינה auch ins Hebräische übersetzt hat; einige Blätter dieser Uebersetzung sind noch vorhanden. Beer war für seine Zeit ziemlich frei von Vorurteilen, bildungsfreundlich und ermahnt seine' Kinder und Enkel an dem Bestreben Tora und Bildung zu vereinen, festzuhalten. Seine Familie wohnte in Boiechow, wohinsein Grossvater im Alter von acht Jahren nach den Verfolgungen Chmielnickys im Jahre 1648 aus Meseriz bei Brisk kam. Er starb im Jahre 5041744—י, im Alter von 104 Jahren. Der Vater des Schreibers betrieb einen schwunghaften Weinimport aus Ungarn» und gelangte zum Wohlstand. Im Alter übergab er sein Geschäft seinen Söhnen Arje Lob, der auch das Weltliche Oberhaupt der Vierländersynode gewesen, und Beer. Die Memoiren bieten viel Material zur Wirt sChaftsgeschichte der Juden. Wir wollen jedoch hier einige Punkte erwähnen, die die innere Geschichte der Juden berühren .* *) 1. Saul Wahl, der angebliche E in t a g s k ö n i g Polens. 7 Eine ganze Reihe von Forschern hat sich mit der Sage, die diesen Namen umgibt, beschäftigt. 1. Um die Sage zu verstehen, müssen wir in erster Reihe sehen, wer Saul Wahl in Wirklichkeit war. Balaban denkt an einen Saul, Sohn des Samuel Jehuda Katzelienbogen, der garnicht. Wahl geheissen hat, ebenso Bloch. 2• Unsere Memoiren geben über . 1 j 8. die Literatur bei Mayer Balaban: Skizzen und Studien zur Geschichte der Juden in Polen, Berlin 19 LI p. 24 f. 2) p. 88; Zeitschrift der histor. Gesellschaft für die Provinz Posen, IY. Jhg. 8. 260 ff. *) [Einen besonderen' historischen Wert haben die Memoiren nicht] Fr. 6