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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1911-09-01 · 5 (September-Oktober 1911) · p. Seite 131

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XV (1911)
Issue
5 (September-Oktober 1911)
Date
1911-09-01
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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181 ist diesmal der Umfang ein bedeutend geringerer als sonst. Eröffnet wird das Heft mit einer speziell für den H^oren geschriebenen (und wohl Tom Herausgeber aus dem Deutschen ins Hebrüsche übersetzten) Abhandlung von Karl Marti über die Propheten (נביאי ישראל, p. 5—10). Marti betont hier mit allem Nachdruck, dass die Propheten, nämlich die schriftstellerischen ron Arnos an, eine durchaus originelle Erscheinung sind, dass sie weder Demagogen, noch Hofprediger, nochv Agenten fremder Höfe (80 bekannlich Winekler) gewesen. Vergebens hat man auch in letzter Zeit versucht, an ihre Seite den aus einem Leidener Papyrus bekannt gewordenen egyptischen Weisen Ipu wer, der etwa am Anfange der 19. Dynastie gelebt, zu stellen (vgl. auch Gressmann, Altorientalische Texte und Bilder z. A. T. 1,210 n. 2). — In einem Aufsats u. d. T. ם׳ שירי שלמת (p. 24—84) handelt Chajes über die unlängst von Harris in einer syrischen Papierhandschrift aufgefundenen und von ihm edierten Oden Salomos (The Ödes and Psalms of Solomon, Garnbridge 1909). Diese Oden stammen wohl aus dem ersten Jahrhundert, sind ins Syrische aus dem Griechischen (das aber kaum die Sprache des Originals gewesen) übersetzt und haben bereits eine ganze Literatur hervorgerufen, wie inan aus der am Anfänge der zweiten Auflage von ed. Harris (ib. 1911; Ch. noch nicht zugänglich) hinzugefügten Bibliographie ersehen kann. Gegenüber Harris, der die Oden für das Werk eines Christen resp. Judenchristen hält, behauptet;besonders Harnack (Ein jüd.-chrisl. Psalmbuch aus d. ersten Jahrhundert, Leipzig 1910), dass sie jüdischen Ursprunges und dass die christlichen Stellen interpoliert sind, und dieser Ansicht schliesst sich auch Oh. an, der sich hauptsächlich auch auf dieselben Stellen stützt (Ode IV, 1—4 u. VII, 7—18; dazu Harnack, p. 76). Nur sucht er zu beweisen aus XX, 1—7, gegen Harnack, dass der Verfasser vermutlich ein Essäer gewesen. Doch sind jetzt auch die Gegenbeweise von Frankenberg (Das Verständnis d. Oden Salomos, Beihefte zur ZATW XXI, Giessen 1911; s. besonders p. 69 ff.) zu berücksichtigen und kann m. E. die Frage noch nicht als entschieden betrachtet werden1). —In das Gebiet der pseudoepigraphischen und der mit ihr verwandten Literatur führt uns auch die scharfsinnige und gelehrte Untersuchung von Louis Giniberg über סבול של אש (p. 86—61). ln s. Leben Mdsis II (III), 268 sagt Philo, dass die Erde durch Wasser und dann durch Feuer vernichtet wurde und man suchte bisher vergebens nach einer Quelle für die letztere Nachricht (vgl. z. B. Badts Anm. zu seiner Uebersetzung herausgegeben von L. Cohn 1,869 n. 2). G. findet nun zunächst ähnliche Nachrichten bei Josephus (Antiqu. 1,2,8) nnd in der Vita Adae ac Evae, die jüdischer Herkunft ist, und vermutet als Quelle Berosus, nur dass nach diesem die Vernichtung durchs Feuer in der Zukunft geschehen wird, während sie bei den iüd. Autoren in die Vergangenheit verlegt wurde. Der Begriff מבול של אש war auch den Talmudisten bekannt (s. besonders den Ausspruch Elazars aus Modiin in Mechilta *) Oh. übersetzt dabei alle angeführten Stellen (so noch Ode V; IX, 1—7 und XXIX) auch ins Hebräische, in recht gelungener Weise. Weitere Uebersetzungsproben (Ode XXV u. XXVIII, 8-^15), die den jüd. Charakter der Oden feststellen sollen, gibt Ch. in Blaus חצופה מארץ הגר I 118—117. Inzwischen ist eine vollständige hebr. Uebersetzung der Oden von Grimme erschienen (Die Oden Salomos syrisch-hebr.-deutsch, Heidelberg 1911), die ich za prüfen noch keine Zeit hatte. Gr. hält das Biblisch-Hebräische für die Origihalsprache und versucht eine Bückübersetzung.

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