Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1911-03-01 · 2 (März-April 1911) · p. Seite 42

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XV (1911)
Issue
2 (März-April 1911)
Date
1911-03-01
Page
Seite 42 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2254995-7599506-7600230--2967-2257834
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ist der Vatersname Jorge Gomes mit meiner Auffassung des Alias Romez-Gomez nur merkwürdiger Zufall. M. d. R. bringt übrigens auch sechs Eintragungen aus den Matrikeln in Coimbra, wo ״Gabriel da Costa, Filho de Bento da Costa, do Porto“ im November 1604 und später im Dez. 1608 immatrikuliert ist. Und diese Identifikation bat grosse Wahrscheinlichkeit Inwieweit man übrigens der Authentizität des ״Exemplar“ trauen kann ist in. der, reichen da Costa-Literntur noch von niemandem berührt Selbst Meinsma, der auf der Amst Uni▼. Bibi, seine Studien zu seinem, an romanhaften Hypotesen so reichem, Buche gemacht, ist es entgangen, dass das MS., woraus die erste Ausgabe des Exemplars geflossen, wohl das ist, dass auf dieser BibL, (aus der früheren ״Remonstr. Bibliotheek“,} unter IIIE. 8 n. 88 gefunden wird. Nicht nur, dass ich bei einer Kollation im April 1898 nur ganz unbedeutende Varianten gefunden, auch die Seitenzahlen des Druckes sind in zeitgenössischer Schrift am Rande des MS. bezeichnet, vermutlich vom ^Korrektor, wie sich das auch bei anderen MSS. die als Druck- Vorlage gedient findet Es ist nicht wahrscheinlich, dass da Costa diese Schrift in lateinischer Sprache verfasst, viel eher wird er sie in portugiesischer Sprache geschrieben haben und wird das lateinische eine Uebersetzung sein. Ob dabei nicht manches geändert wage ich nicht zu entscheiden. Dass übrigens das 8terbejahr nicht 1647 sein kann, wie Graetz zuerst deutlich aus Joh. Müller’s Judaismus bewiesen, ist ja ganz einfach schon daraus zu schliessen, dass Episcopius, in dessen Hände das MS. des «Exemplar11 gekommen, bereits 1648 gestorben ist! Noch J. Freudenthal: Spinoza, sein Leben und seine Lehre 8. 59 schreibt: «Ob Spinoza die ketzerischen Schriften da Costa’s jemals gelesen hat, ist ungewiss. Denn alle Exemplare des von diesem im Jahre 1624 veröffentlichten Werkes . . sind verbrannt11 Und doch lässt sich noch im Jahre 1728 ein Exemplar des Examen das tradi- $oens Phariseas usw. nachweisen. Wolf IV p. 774 erwähnt nämlich den genauen Titel des Werkes aus einem Exemplar des Versteigerungskatalogs von David Nunnes Torres, der (8. ibid. S. 809) im Haag 1728 erschienen, mir leider nicht zugänglich ist Ich bin auf die Biographie Uriel da Costa’s ausführlicher eingegangen, weil durch die wichtige Mitteilung des Oherem und der Eintragungen in den Matrikeln in Coimbra M. d. R. neues Material gebracht, ohne dass er selbst ausser in Betreff des Geburtsjahres, dass er wohl richtig ungef. 1579 ansetzt der Biographie grössere Aufmerksamkeit geschenkt, um zu zeigen, wie all die verherrlichenden Biographien von Volkmann, Meinsma, Klaar und Braga in der Luft hängen. Uebrigens M. d. R. kömmt auch dagegen auf in da Costa einen ״Martyr do livre pensamento“ zu sehen. S. 168 in der Note gibt M. d. R. eine da Costa Bibliographie, die mindestens verdoppelt werden könnte. — Im siebenten Kapitel [S. 169 bis 182] handelt der Verfasser kurz über den augenblicklichen Zustand der port. Juden in Amsterdam, bringt Abschriften einer Anzahl Grab- Schriften von Ouderkerk in portugiesischer Sprache und gibt $uch einige Titel von jetzt bereits wenig häufigen jüdischen Schulbüchern zum Erlernen der port. Sprache und dergl. Als Anhang zu seinem Werke druckt er die bekannte ״Narra^ao“ von Ury Halevy ab. Im zweiten Stück die ״Copia da declaragam dos Sres H. H.“, wobei er die verschiedenen Uebersetzungen nach meinen Ausführungen in den Hamburger Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde 1906 aufzählt. Beiläufig bemerkt, schreibt er diesen Aufsatz irrtümlicherweise Dr. Grunwald zu. Dann folgen die noch nicht im Original publizierten ״Regulamento

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.