Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XIV (1910)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1910)
- Date
- 1910-11-01
- Page
- Seite 172 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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172 Memoire ist vom J. 1836, nicht 1820). Während nun die früheren Arbeiten auf mehr oder weniger mangelhaften Abklatschen fussten, hat F. das Verdienst, das Original bearbeitet zu haben, das sich im Cabinet des M6dailles der Bibliotheque Nationale in Paris befindet und von welchem er zwei gutgelungene Abbildungen bietet (Ich setze bei dem Leser die Kentniss der Medaille voraus und' verweise nur auf Broyde’s Artikel in der J. E., II, 681 f s. v. (!) Beer, dessen Erklärung der Kehrseite ganz verfehlt ist, weil ihr eben ein schlechter Stich zu Grunde liegt). Freilich hat die Entzifferung der deutlichen Inschrift nichts dabei gewonnen (es sei denn, dass sie Derenbourg’s Lesung בדוק anst. בתם aut‘ der 1 Zeile bestätigt) und soll dieselbe in der lieber- Setzung also lauten: ״Durch den Beschluss desjenigen, gepriesen sei Er, der alles leitet mit seinem ewigen Willen nnd alle Gerechtigkeit [erwirkt] durch das Gesetz [dank dem] dessen Bild [hier] fehlt. Ich habe dein Licht gesehen, im Augenblick wo das Ende ihn getroffen hat und ich habe nachgedacht [über die unerforschlichen Wege Gottes]. Durch die Vorsicht des Eli Romi bleiben Spuren, dass ich mich über deine Erlösung freue und dass ich auf dich harre, Ewiger, mein allmächtiger und barmherziger Gott“. Die Originalität F*s besteht aber in der Interpretierung der Inschrift, in der vermeintlichen Entdeckung des angeblichen historischen Hintergrundes. Die Medaille soll nämlich im J. 1503 von den Juden in Rom geprägt sein, als der Beugewählte Papst Julius II, sie von den Verfolgungen der Inquisition befreite, denen sie durch seinen Vorgänger Alexander VI Borgia ausgesetzt waren (der letztere hatte nämlich im J. 1497 ein Breve erlassen, die die Juden dem spanischen Königspaar Ferdinand und Isabella preisgab), und zwar wollten die Juden dabei ihre Dankbarkeit dem grossen Arzte Benjamin b. Elia Beer bezeigen, der sie während der Verfolgung beruhigt und zum Vertrauen auf Gott ermahnt hatte. Nicht jedoch den frommen Juden stellt das Bild dar, es soll den toleranten Papst verewigen; da aber das Portrait desselben aus religiöser Rücksicht nicht erscheinen durfte, 80 kamen an seiner Stelle die Züge des Kaisers Augustus, des Beschützers der römischen Juden (?), dessen Toleranz' der neue Papst gleichsam erneuert hatte. Der Autor der Inschrift bezw. der Graveur der Medaille ist Eli Romi, vielleicht identisch mit Gian Gristoforo Romano, der um 1605' eine Gedächnissmünze des Julius 11 prägte. Diese merkwürdige These ist mit einer Weitschweifigkeit, stellenweise auch mit einer Gewandtheit aufgestellt, die die Unwahrscheinlichkeiten, an denen sie leidet, verschleiert (Jos. Halevy hat sie auch acceptiert, vgl. Revue 8 ömit ique, 1910,615f). Besonders operiert F. mit Ziffernkombinationen, die so leicht blenden. DIIIM auf der Kehrseite scheint ja deutlich auf eine Zahl, und zwar auf eine Jahreszahl hinzuweisen. Löwe und Derenbourg hatten bereits 1603 (Dill + M), Steyert 1497 (1£ + 1IID) gedeutet. F. kombiniert nun beides und meint, es sei hier Anfang und Ende des Drangsais angedeutet. Ueberhaupt sollen solche geistreiche Wortspiele das Datum verraten. Die Worte bezw. Anfangsbuchstaben בנימו כן כדש שאתלח, die rechts und links um die Figur stehen, betragen nach ihrem Zahlenwort 5263 (weü gerade ד die Tausende bezeichnet) 1508! Das Wprt VMILITAS, das unter der Figur zu lesen ist, macht nach dem Zahlenwert des römischen Alphabets im M. A. die Zahl 1497 aus oder wenn man es umsetzt (also SAT1LIMV) die Zahl 1603. . Das rätselhafte griechische Wort TA wpudtq. das gewöhnlich als verschrieben für״ ramumoig gilt, beträgt (wobei, allerdings * für ( steht) .1496, d. i.