Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XIV (1910)
- Issue
- 4 (Juli-August 1910)
- Date
- 1910-07-01
- Page
- Seite 118 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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118 begründet, so gilt dasselbe auch von der anderen Hälfte: ״und noch niemals ein Jude dort studierte“. Gabriel und Tobias waren keineswegs die ersten in Frankfurt studierenden Juden, Schon 1659 wurde Jacob Kohn ausMassow in Pommern1) und 1663 Joel Bloch aus Meseritz in Polen2 *) in Frankfurt inscribiert. Dann erst am 17. Juni 1678 folgte das Freundespaar Gabriel und Tobias8). Unter dem Rektorat des Professor Johann Christoph Becmann wurde am 22. August 1702 der Schreiber nachstehenden Briefes Samuel Simon, iudaeus, Polonus Opatovensis, doctor gynagogae iudaicae4 5) in die Matrikel eingetragen. Das Beispiel des Arztes Tobias, der damals schon einen bedeutenden Namen hatte, andererseits IsakMeir Teomim- Fraenkel 6), dessen Schüler sich unser Samuel״ Simon mit Stolz nennt, mögen ihn nach Frankfurt gewiesen haben. Vielleicht hat auch Becmann, der 1677 in Frankfurt a. O. eine hebräische Druckerei errichtete 6) und Korrektoren und Berater dafür brauchte die Immatrikulation von Juden begünstigt. Samuel Simon fühlte sich in Frankfurt vereinsamt, er sehnte sich nach einemCommilitonen. Diesen glaubt er in dem inHalle studierenden Isak Wallich gefunden zu haben er wendet sich in einem Briefe an ihn, um ihn zu veranlassen zu ihm nach Frankfurt zu kommen. In Halle konnten Juden ungestört die Universität besuchen7), ja Isak Wallich hebt hervor, dass niemand etwas darin finde, wenn er mit dem Degen durch die Strassen ginge. Wallich, der schon längere Zeit in Halle studierte, im Hause eines Gönners8) festen Fuss gefasst hatte und in Prof. Hoff- 0 Friedländer, Aeltere Universitätsmatrikeln. I. Universität Frankfurt a. 0. Bd. II, 77,20. ף ibid. 99b, 35. — *) ibid. 169,00. 4) ibid. 267. O 5) Ueber Isak Meir Frankel ״Doktor und Rabbiner“ vgl. die Literaturangaben in Harkavy Festschrift S. 416. •) Steinschneider, Cat. Bodl. nr. 9341. 7) Geiger a. a. 0. S. 6 hat Terlinden, Grundsätze des Juden-Rechts (Halle 1804) S. 59 irrtümlich verstanden, . als ob überhaupt keine Juden an der Universität aufgenommen werden sollten, vgl. Freudenthal, Aus der Heimat Moses Mendelssohns S. 179 Anm. 1. * 8) Isak Wallich nennt den Namen des Gönners nicht, es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass es Magnus Moses, der Schwiegersohn des Hoffaktors Moses Benjamin Wulff gewesen ist, der seit 1700 in Halle wohnte, (Freudenthal a. a. 0. S. 128) u. später sein Schwager wurde. Isak Wallich heiratete nämlich Sara die Tochter des Moses Benjamin Wulff. Isak ist bereits am 14. Mai 1716 im blühendsten Alter lange vor seinem Vater, der erst am 26. Dezember 1729 verschied, gestorben, vgl. Freudentbal a. a. 0. S. 133. Was Freudenthal über die Dissertation Isaks und seine andere Schrift sagt, bedarf eingehender Untersuchung