Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1907-05-01 · 3 (Mai-Juni 1908) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XII (1908)
Issue
3 (Mai-Juni 1908)
Date
1907-05-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2254995-7565919-7600192--2391-2257284
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

ln meinem Geringe, erschiensoebeni Gesammelt und erklärt von Ignaz Bernstein. : Zweite, Vermehrte und verbesserte Auflage mit gegenübersteii. Transkription, Index und Glossar. 4° 658 und 84 S. In eleg. Leinwandband Mk. 10.— Der vornehm ausgestattete, umfangreiche Band von über siebenhundert Seiten verzeichnet fast 4000 jüdische Sprichwörter, die der Verfasser im Yerlaufe von etwa 85 Jahren in emsiger Sämmelarbeit dem Volksmunde in Russland, Polen und Galizien abgelauscht hat, in alphabet. Reihenfolge nach Schlagwörtern geordnet, mit einer dem/hebräischen Texte gegenüberstehenden *Transkription und einer Uebertragung ins Deutsche, zu der in vielen Fällen die erklärende Paraphrase ergänzend hinzutritt. Das-Glossar gibt die Erklärung der in der Sprichwörtersammlung vorkommenden fremdsprachlichen, sowie minder geläufigen Wörter, SprachWendungen und Phrasen. Das Werk ist von geradezu unermesslichem Werte für jeden, der sich mit Parämiologie, der Kulturgeschichte der* Juden, wie mit Folkloristik überhaupt beschäftigt Aus einer Besprechung der Frankfurter Zeitung:: , ~ - ״ *■’*. . Der Yerfasser wehrt sich dagegen, dass man die deutsche, mit verschiedenen anderen Elementen gemischte Sprache der polnischen und russischen Juden als Jargon bezeichne, sie sei *!Dialekt, was err in einer .späteren Schrift erweisen werde; sei dem nun auch wie es v?oUe; die, Sprache in der diese Redensarten hier mitgeteilt werden, bewahrt ihnen den Reiz des ,Urwüchsigen, Diesen Eindruck wird allerdings der nicht •haben, dem dieses Sprachidiöm fremd ist; aber an den Geistesblitzen, die hier in sä vielen Redensarten auftaucheh, an dem reizvollen Humor, der, sich nirgends verleugnet, an der Trefflichkeit der Gleichnisse; die der Yolkswitz ersonnen, an dem Sarkasmus, mit demdie Schwächen der Menschen gegeisselt werden, *selbst an der Skepsis, mit dem auch der Gläubige für einen Moment sich von dem Druck befreit, mit dem der Widerspruch zwischen Theorie- und Praxis; ihn belastet, wird-jeder, der für Humor Sinn und Verständnis hat, sein Behagen haben, wenn ihm auch dieser Dialekt nickt geläufig ist. v. “ Die Zeitschrift 0״ s t u. West״ schreibt : : ״ . . •. Es ist ein erquickliches Buch, voll alter - ü. dennoch , bischer Lebensweisheit, Humor u. Sätife, gute Laune und nachdenkliche VerSbimenheit finden sich hier vereinigt. Es .ist ein Buch zum Lachen; zum Weinen und zum stiHen Sinnen. Man kann darin blättern und man kann es ununterbrochen lesen. Dem Forscher aber wird es viele viele Fragen zur Kunde des jüdischen Volkes u. seiner Psyche Antwort geben. . Ein bisher ungebührlich vernachlässigtes 'Gebiet der jüdischen Wissenschaft, die Volkskunde, hat hier eine glänzende Revanche ^efündenV; Frankfurt a. M. J. Kauffinann, Verlag. Verantwortlich fdr die Redaktion: Dr. A. Freimann in Frankfurt a. 1f. Für die Expedition: J. Kauffmann« Verlag in Frankfurt a. M. Druck von H. Itakowski in Berlin.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.