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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1907-07-01 · 4 (Juli-August 1907) · p. Seite 125

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XI (1907)
Issue
4 (Juli-August 1907)
Date
1907-07-01
Page
Seite 125 (sequence 29)
Language
German
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125 Notizen und Bemerkungen• Einige Bemerkungen za Ben Siras Alphabeth. Vor einiger Zeit sah ich bei einem hiesigen Antiquitätenhändler einen handschriftlichen Sammelband kabbalistisch-folkloristischer Schriften darunter das aramäische Alphabeth Ben Siras, woraus ich mir folgende wesentliche Varianten zum gedruckten Text desselben notierte. Der fünfte Spruch lautet in dieser Handschrift: הוי טב הוי ביש וחולק מביש^א לא תחזי d. h. ״Sei gut, sei aber auch schlecht und nichts Schlechtes wird dir widerfahren". Die Fassung dieses Spruches im gedruckten Text (Alfabetum Siracidis ed. Steinschneider S. 4 a) gibt keinen befriedigenden Sinn; der hebräische Glossator erklärt denselben als eine Ermahnung, nicht allzu extrem zu sein, da es manchmal absolut notwendig ist streng und unbarmherzig sich zu zeigen. Diese Erklärung passt wohl zu der handschriftlichen Lesting, die dem Glossator Torgelegen haben mag. Im nächsten Spruch hat die Handschrift den Zusatz ווי לשמען קלי, das aber wohl nicht ursprünglich ist, denn schon die Miscbnah Negäim XII, 6 erwähnt den Spruch — מכאן אמרו— in der Fassung אוי לרשע אוי לשכינו ohne^ weiteren Zusatz. Korrekt dagegen liest die Handschrift den siebenten Spruch: זרוק לחמך על אפי מיא ביבשתא משבח ליה, während der gedruckte Text anstatt dessen den biblischen Vers, Kohelet XI, 1, bietet und es doch höchst unwahrscheinlich ist, dass in dieser Sprach- Sammlung biblische Verse aufgenommen worden sind. Die ganz sinnlose Sentenz über den ״schwarzen Esel" (Steinschneider 6 a) wird erst durch die handschriftliche Lesung verständlich; dieselbe lautet: חזית חמר לא אונם ולא חיור ״Hast du ein Esel gesehen — dann sage — er war weder schwarz noch weiss", d. h. halte deine Aussage so weit als möglich unbestimmt und der Glossator hat mit Hecht den rabbinischen Spruch למד לשובך לומר איני יודע zur Erklärung herangezogen. Eine eigentümliche Fassung hat der siebzehnte Spruch (Steinschneider 18 b); derselbe lautet: פתורא פריס מחלוקת בליאה, während der gedruckte Text פתור פתורא פריש,מחלוקת hat. Die Erklärung des Glossators (S. 14 a) ist יפרוש שולחנו ויסתלק המריבה, wonach man geneigt wäre, als den ursprünglichen Text etwa folgende Fassung anzunehmen: 'פתורא פריש מחלוקת und פריס der Handschrift wäre nur phonetische Schreibweise für פריש ״ausbreiten". Ich habe jedoch in meinem Artikel ״Ben Sira* in der Jewish Encyclopedia (II, 679) nachgewiesen, dass פטר פתורא פריש פלגותא zu lesen ist, in Uebereinstimmung mit einem Spruch (Nr. 43) bei Abikar. Meine an derselben Stelle gegebene Erklärung zum letzten Spruche wird von der Handschrift bestätigt, wo derselbe verschieden vom gedruckten Texte lautet: תתן לך דהוא שביעא ובפנא ולא דהוא כפינא ושביעא. Der Sinn dieses Spruches, der vom Glossator gründlich missverstanden worden ist, ergibt sich aus der Parallele mit Abikar (Nr. 71) indem in demselben der Gedanke ausgesprochen wird, dass ein reicher Mann, der in Armut gerät die alte Gewohnheit der Freigiebigkeit beibehält, während anderseits der Parvenü auch als reicher Mann seine Knausrigkeit nicht aufgeben kann. Hier mögen nun einige Bemerkungen zum gedruckten Text des zweiten Alphabeths folgen. — Auf Seite 20 a wird der siebenjährige Lehrkursus des Ben Sira beschrieben und zwar werden seine fabelhaften Kenntnisse genau in derselben Wei3e aufgezählt, wie der Talmud Sukkah 28 a es mit Habban Jochanan ben Zakkai tut. Bemerkenswert ist, dass in Ben Sira מקרא die biblisehen Bücher ohne den Pentateuch bedeutet und ist diese Stelle vielleicht

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