Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XI (1907)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1907)
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 75 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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75 der Nachbarfelder und der Grenzen beim Verkauf eines Hauses, die babylonischen Ursprungs ist (s. auch Meissner, Aus d. altbabyl. Hecht, Alt. Orient VII, 1 p. 6), ebenfalls in jüdischem Recht (vgl. z. B. Jehuda b. Barzillai’s ספר השטרות nr. 26—27;. Ebenso entäussert sich in unseren Urkunden eine Seite aller Forderungen nicht nur für sich, sondern auch für Nachkommen und Verwandten usw. (vgl. z. B. A8: והן מית [1. קוניה מחר או יום אהרן לא יכהל בר וברה אח ואחה קריב ורחיק בעל רגל [דגל וקריה יבלא למחסה או לבר. לה למבנה עלוי אגרא זך וכר und so öfters), und auch dies kommt in jüd. Kontraktformularen vor, s. z. B. die Excerpte aus dem ספר השטרות des Hai b. David bei Harkavy חדשים גם ישנים IX (in דבל מא[ן] דייתי מארבע רוחי עלמא בדוברת אח ואחות וקרוב :(11,60 הפסגה ורחוק יהודי וארמאי בעלי נכסין ודישן ובר (und ähnlich bei Jehuda b. Barzillai nr. 4.11.26.40. 52 u. 69) usw. — Hervorgehoben sei auch, dass manche Urkunden auf der Rückseite eine aram. Benennung haben, so heisst A, wo über einen Ziegelbau (?אגרא) gehandelt wird, ספראגרא; B, Fu. J, die Entäusserungen von Rechtsansprüchen enthalten, heissen ספר מרחק; K das die Teilung von Sklaven zwischen den zwei Brüdern Jedonja und Mabseja, den Söhnen des Asbor nnd der Mibtabja, zum Gegenstand haben, heisst ספר פלגן. Dem ספר מרחק entspricht nun in der nachtalmudischen Urkundenliteratur das שטר אביזאריה (bei Hai b. David nr. 4 und ebenso bei Jehuda b. Barzillai; vgl. auch Kaufmann, Monatsschrift 39,148), und dem ספר פלגן — das שטר חלוקת אחים bei J. b. B. nr. 31. — Letzte Urkunde hat aber noch ein besonders kulturhistorisches Interesse. Wie gesagt, handelt es sich hier um die Teilung von Sklaven, und da heisst es bei jedem Sklaven, dass ihm auf der rechten Hand ein Jod in aram. Schrift eintätovirt wurde (K 4. 5: יוד \ שגית על ידה בימן שניתת מקרא ארמית וכד). Nun war es auch in Babylonien Sitte dem Sklaven ein Zeichen einzuprägen, um ihn als unverkäuflich zu bezeichnen (Kodex Hammurabi § 226), aber wie es scheint, war auch bei den Juden diese Sitte nicht ganz unbekannt. Abgesehen davon, dass das Bohren des Ohres eines Sklaven in Ex. 21,6 damit in irgend einem Zusammenhange steht, so finden wir in Tos. Makkot IV (III), 15: הרושם על עבדו שלא יברח פטור. Vielleicht gehört hierher auch die Stelle Gittin86 ״ a ob.: אתקין רב יהודה בשטר זביני דעבדי עבדא דנן מוצדק לעבדו... ורשום דאיניש לא אית עלוהי. Allerdings zitieren Tosafot z. St. eine Lesart ורשו (vgl. auch שערי צדק fol. 90 a nr. 30 u. Aruch s. v. טצהר u. 3 רש), doch hat J. b. B., 1. c., p. 69 die La: ורושם ורשות דאינש לית עלוהי. — Selbstverstündlich ist mit den hier hervorgehobenen Momenten die Bedeutung und die Wichtigkeit der besprochenen Publikation nicht erschöpft und es bleibt nur übrig, allen Gelehrten, die das Werk zu Stande gebracht haben, den herzlichen Dank für die prächtige Gabe, mit der sie die Wissenschaft bereichert haben, auszusprechen. — Samuel Poznanski]. BANETH, N., Soziale Hilfsarbeit der modernen Juden. Ein Vor־ trag. Berlin, L. Lamm, 1907. 31 S. 8°. M. 0,50. BARON, C., Diyine forecast of Jewish history. Proof of superna־ tural element in Scripture. London, Morgan, 1905. 90 S. 6 d. BISCHOFP, E., Babylonisch• Astrales im Weltbilde des Talmud und Midrasch. Leipzig, Hinrichs, 1907. VIII, 172 S. m. Abbild. 8 °. M. 4,50. —, Talmud-catechismus. Met verschiedene afbeeldingen. Amsterdam, Oraft .et Co., 1907. 130 S. 8 °. f• 1,50.