Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XI (1907)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2254995-7565917-7600170--2098-2257002- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 14 — aber reiht sich den früheren keineswegs ebenbürtig an, sondern ist ein. Rückfall in die Unwissenschaftlicbkeit vergangener Jahrhunderte, ßartolocci hätte es auch nicht schlechter gemacht. Schon ein flüchtiger Blick auf die einzelnen Beschreibungen bei Völlers zeigt eine bedauerliche Pürftigkeit der Angaben. Ein weiterer Einblick lässt Ungenauigkeit und Unzuverlässigkeit im einzelnen nicht allein vermuten sondern auch erkennen. Eine genaue Nachprüfung erweist schliesslich die völlige Unkenntnis und klägliche Ratlosigkeit des Verf. auf dem weiten Gebiete der jüdischen Literatur Das Mäntelchen der Fachgelehrsamkeit, das der Verfasser sich umbängt, ist arg durchlöchert und durch die Löcher schaut die unverhüllte Ignoranz־.‘ Es macht sich in den •Augen des Kundigen nicht gut, von einem nach den Perikopen des Jahres eingeteilten Hexateuch (st. Pentateuch) -zu sprechen (Nr. 1099), es hilft auch nichts, die hebräischen Eigennamen in moderner Transkription wiederzugeben (was übrigens weder ausnahmslos noch durchweg fehlerlos geschieht), wenn zu Nr. 1111 der Name des aus Troki in Russland stammenden Karäers 'צחק טרוק' in arabischer Weise Isfyäq geschrieben wird* offenbar in der irrigen Annahme, dass es sich hier um einen jüdischarabischen Autor handelt. Doch will ich mit der Erwähnung von Einzelheiten nicht weiter vorgreifen, sondern vor .altem aus Verehrung für die deutsche Wissenschaft und die deutsche Hochschule es beklagen, dass der sonst mit rühmenswerter Sorgfalt gearbeitete Katatog der orientalischen Handschriften der Leipziger Universitätsbibliothek durch einige Blätter, die von Fehlern strotzen, gröblich verunziert ist. Die Verunzierung bleibt - bestehen, auch wenn die Zahl derer, die daran Anstoss nehmen, noch so gering ist. Auf keinem anderen Gebiete als auf dem der jüdischen Literatur darf die Stümperhaftigkeit sich ungescheut am Arbeitsstoffe derart vergreifen und versündigen. Aber sollte wirklich, was bei der Be- Schreibung aethiopischer, amharischer, malaiischer u. a. Handschriften gefordert und geleistet wird, nicht auch für hebräische Handschriften als ebenso selbstverständlich gelten, strenge Wissenschaftlichkeit der Bearbeitung und möglichste Zuverlässigkeit der Angaben? Früher stiegen gelehrte Christen, die mit Hebraicis und Judaicis sich befassten, zum wissenden Hebräer herab, um sich Belehrung zu holen. So machten es ßartolocci, Wagenseil, Wolf, De Rossi u. a. auch der grundgelehrte Delitzsch, der sich der. wertvollen Mitarbeit des Meisters Zunz bediente. Völlers, hat solche Mithilfe für entbehrlich gehalten oder, ist an den Unrechten gekommen. Oder hat vielleicht gar die geringe Zahl der an der Leipziger Universitäts-Bibliothek vorhandenen hebräischen Hand- Schriften ihm die: Meinung beigebracht,■ dass es; nicht lohne, •besonders