Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- X (1906)
- Issue
- 1/2 (Januar-Februar 1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2254995-7565916-7600161--1909-2256821- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
33 Felice da Prato (Felix Pratensis); der ihn zur Errichtung einer hebräischen Druckerei bestimmt. Ein rein geschäftliches Unternehmen war der hebräische Buchdruck für Bömberg, wie nach ihm für die Venediger Patrizier die Giustiniani und Bragadini. Sie alle standen der Kunst des Buchdrucks fern und mussten sich erst von Fachleuten Belehrung verschaffen. Felix Pratensis veranlasste Bornberg, bei Petrus Liechtenstein, dem bewährten Venediger Drucker, Felix* lateinische Uebersetzung des Psalters 1515 drucken zu lassen. Inzwischen war Bömberg bemüht, vom Bat ein Privileg zum Druck hebräischer Bücher zu erhalten. Er machte geltend, dass er notwendiger Weise in seiner Druckerei jüdische Setzer und Korrektoren brauche. Man solle diesen gestatten, statt der gelben Kappen weisse zu tragen, damit sie vom Pöbel nicht belästigt würden. $Tur ungeme entsprach der Bat der Zehn dem Verlangen Bomberg’s, weil er Verwickelungen mit dem päpstlichen Hofe fürchtete. Kam ja noch hinzu, dass der Pabst selbst Felix Pratensis aufgefordert hatte, in Born eine hebräische Druckerei zu gründen, eine Aufforderung, der Fra Felice jedoch wohl schon aus pekuniären Gründen nicht entsprechen wollte. Als Bömberg nach 3 Jahren, 1518, die Erneuerung seines Privilegs nachsuchte, waren 113 Stimmen für die Bewilligung, 17 dagegen und 7 zweifelhaft. Er erhielt es diesmal wieder. 1525 war das Privileg abgelaufen. Diesmal fand Bömberg weit grössere Schwierigkeit, wie wir aus Sanuto’s Diarien erfahren, der sich rühmt, gegen die Erneuerung gestimmt zu haben. Im Oktober dieses Jahres stellte er seinen Antrag und bot für die Bewilligung 100 Dukaten; er wurde abgewiesen. Am nächsten Tage erneuerte er sein Gesuch und bot 150 Dukaten, auch dieses wurde abschlägig beschieden. Am 8. März 1526 bot er 300 Dukaten, doch auch diese führten nicht zum . Ziel. Erst als er am 27. März 500 Dukaten für die Bewilligung zu geben versprach, überwanden diese die religiösen Skrupel des Bats der Bepublik Venedig.2) Wie umfangreich ,muss Bomberg’s Geschäft damals gewesen sein, oder sagen wir richtiger, wie unternehmend war dieser Grosskaufmann, der eine solch hohe Summe aufs Spiel setzte. Kann es da Wunder nehmen, dass Bomberg’s Druckerei Unsummen verschlang? Mag auch Scaliger’s Bericht übertrieben sein, der erzählt, Bömberg habe 4 Millionen Gold in sein Unternehmen gesteckt, wahr ist jedenfalls, dass, als Daniel Bömberg sich 1538 vom Geschäft zurückzog, er sein sicher sehr bedeutendes ererbtes Vermögen verloren hatte. Sollen ihn doch die drei Talmudausgaben allein 100,000 Thaler gekostet haben.3) Welche Verehrung die Zeitgenossen für Bömberg 2) H. F. Brown, The Venetian printing press S. 105. 3) Wolf, B. H. II, 895 n. 8