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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1906-01-01 · 1/2 (Januar-Februar 1906) · p. Seite 31

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
X (1906)
Issue
1/2 (Januar-Februar 1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 31 (sequence 31)
Language
German
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[Wenn ich daran gehe, die Vorlesung Herrn Y.’s in eingehender Weise zu besprechen, so bestimmt mich hieiu nicht so sehr der eigentliehe Wert der kleinen Schrift, als vielmehr der Umstand, dass der Verfasser als neue und Manches versprechende Kraft, in das von jiidischer Seite so stiefmütterlich behandelte Gebiet der Bibelwissenschaft eintritt. — Herr Y., als geborener Orientale, genauer Kenner des morgenländischen Lebens und der arab. Dialekte, will die Heilige Schrift auf Grund der vergleichenden semitischen Philologie und Archäologie zu beleuchten versuchen; er legt das Hauptgewicht auf das Arabische und das Assyrische und macht hiebei folgende beachtenswerte Bemerkung (S. 7): ״giltes, die Grundbedeutung eines Wortes in ihrer primitivsten ... Form zu ermitteln, so wird man sie im Arabischen zu suchen haben, dagegen wird man sich stets mit Erfolg an Assyrische wenden, wenn es gilt, die entwickelteren Bedeutungsformen ... zu ermitteln“. Ich muss jedoch der Befürchtung Ausdruck geben, dass Herr Y. bei seiner philologischen Exegese derselben einseitigen Ueberschätzung verfallen wird, die man den Conjecturalkritikern und Septuagintaschwärmern zum Vorwurf macht. Wenigstens befriedigen die im vorliegenden Hefte gebotenen Beispiele nur im beschränktem Masse; hoffentlich bringt der Verf. in seinen grösseren Arbeiten, die er S. 3 Anm. ankündigt, Ueberzeugenderes vor. — Nun zu den Einzelheiten. 1) S. 11 Für איש כי bietet uns der von Y. herangezogene syr.-arab. Dialekt doch eigentlich nur wenig Belangliches. Man vgl. meine Bemerkung in R.E.J. XLIV. p. 223 über die Verbindung dieses Wortes mit ar.^£w; 1. c. wird auch die nicht stattgehabte Verschiebung des U* in *ש behandelt. — 2) S. 13 will Y. שלח' in II Chr. 32, 5 aus dem ass. §al&ü als ״äussere Mauer“ erklären: aber hierzu passt doch לרב ganz und gar nicht; man bleibe hübsch ruhig bei der Bedeutung: Waffe (onlcc TtoXX«, LXX) und vgl. II Chr. 23, 9,10 ויתן.. . את החניתים ואת ה מ נ נו ת... ואיש שלחו בידו. — Dahingegen hat in Joel II, 8 שלח vielleicht wirklich Nichts mit dem genannten Worte gemein; schon Vulg. übersetzt: fenestras, vgl. auch Geiger (in Jüdische Zeitschr. V. S. 105), der es als Kanal erklärt: ״durch die (engen) Kanäle stürzen sie sich“ ... — 3) S. 16 Anm. bemerkt Herr Y. etwas apodiktisch: ״so heisst Am. 5,3 העיר היוצאת אלף nicht die Stadt die zu Tausend *... auszieht, sondern einfach: die Tausend... zählt“. Man vgl. doch yj 144,14 ... אין פרץ ואין יוצאת, wo es sich augenscheinlich um dasselbe Wort handelt (vgl. meinen Commentar a. 1. und Ehrlich, Psalmen) und wo der Sinn jedenfalls etwa durch ״kein Ausrücken (in den Kampf)“ wiedergegeben werden dürfte. 4) S. 17 fg. Aut die Erklärung von Jud. V, 13, אז ירד שריד לאדירים scheint sich Herr Y. etwas zu Gute zu tun; er verweist darauf, dass der Araber seinen ermatteten Feind aufzufordern pflegt, vom Pferde zu steigen und sich zu ergeben; er übersetzt demnach: ״dann sprang ab \TV) der Fliehende vor den Gewaltigen“1;. Ich meinesteils möchte, um bei der vom Herrn Verf. ג) Der Parallelismus, auf. den doch Herr Y. viel gibt, hätte ihn belehren sollen, dass es sich (nach der von ihm im Texte gegebenen Erklärung) bei אדירים wie bei גבירים um die mächtigen Feinde handelt; die zweite Vershälfte bedeutet wohl: ״das Volk Gottes zieht gegen die Gewaltigen“ — wenn ירד zu lesen ist.

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