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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1906-01-01 · 1/2 (Januar-Februar 1906) · p. Seite 21

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
X (1906)
Issue
1/2 (Januar-Februar 1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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21 Religion u. Literatur des Alten u. Neuen Testaments, hrsg. v. / W. Bousset u. H. Gunkel 7. Heft). Göttingen, Yandenhoefc u. Ruprecht, 1906. VIII, 128 S. M. 3,60. EBERHARDT, A., Der Tempel zu Jerusalem zur Zeit Christi (nach Schick). Modellirt u. nach dem Original gezeichnet. 106 X 145 cm. Mit Text. Warmbrunn, M. Leipelt, [1905] 8 S. 8°. M. 8. EHRLICH .A. B,, Die Psalmen. Neu übersetzt und erklärt. Berlin, M. Poppelauer 1905. VI u. 438 S. gr. 8°. M. 10. (Wer das hebr. Bibelwerk des Verf., Mikraki-Pschuto kennt, mu3ste, soviel principielle Einwendungen er auch gegen den Standpunkt und gegen den Ton desselben vorzubringen batte, von einem Kommentar Ehrlich’s mannigfache Anregung und zahlreiche neue Aufschlüsse erwarten; er wird sich beim Studium des vorliegenden Werks nicht enttäuscht fühlen, denn tatsächlich bringt der neue Kommentar so vieles, dass er jedem etwas bringt. Aeusserlich freilich unterscheidet sich das vorliegende Buch vom früheren wesentlich, wir erhalten die Psalmen mit einer Uebersetzung und einem Kommentar. Darin liegt ein Vorteil, insofern die Uebersetzung eine ‘ bestimmte Erklärung voraussetzt, und wir somit eine fortlaufende Exegese Ehrlich’s zr einem biblischen Buche besitzen im Gegensatz zu den früheren einzelnen Bemerkungen. Andererseits bedeutet das einen Nachteil, weil der Kommentar, meiner Ansicht nach, vie’fach zu knapp gehalten ist und voraussetzt, dass der Leser manches ergänzt; der moderne Leser aber ist wohl zu verwohnt, um dieses Verfahren dankbar aufzunehmen. Ausiührungen, welche das Verständnis des Textes fördern, ohne unbedingt dazu notwendig zu sein, fanden in Gestalt von Anmerkungen oder Exkursen am Ende des Werkes ihren Platz. Ebendahin sind Erklärungen von herangezogenen Stellen anderer biblischer Bücher und Berichtigungen zum hebr. Werke M. K. verwiesen. Eine Neuerung bedeutet es ferner, dass der Verf. diesmal in deutscher Sprache schrieb; dadurch ist die Schrift weiteren Kreisen zugänglich geworden. Eine Einleitung in die Psalmen hat der Verf. nicht gegeben (wie er über die Abfassungszeit einzelner Lieder denkt, ergibt häufig der Commentar).. ״Ich habe dies grundsätzlich unterlassen, weil das meine Art nicht ist, und weil ich der Ansicht bin, dass es noch lange nicht an der Zeit ist nach den Urquellen der biblischen Bücher, ihrer geschichtlichen Ensteheung und Abfassungszeit zu forschen“ (p. V). Die Methode des Verf. ist bekannt. Er ist ein durchaus origineller und selbständiger Geist, der sich durch keinerlei Ueberlieferung und keinerlei Herkommen gebunden fühlt, sondern überall seine eigenen Wege geht und auf eigene Weise seine Erklärungen sucht. Er kennt die alten Uebersetzungen, die alte und die neuere exegetische Literatur und benutzt sie vielfach, er besitzt aber auch den Mut, sie völlig zu ignorieren und ganz neue Bahnen einzuschlagen. Seine Resultate sind dabei oft überraschend, und es erhält gar manche Schriftstelle eine geistvolle ungeahnte Auslegung. Es seien hier einzelne Beispiele angeführt, bei denen die neue Erklärung meist auch zum besseren Verständnis des Zusammenhanges dient. 9,17 wird משפט עשה als abhängiger Satz genommen: JHVH hat sich kündgetan durch die Art, , wie er Gericht hält. 9,18 ישובו רשעים לשאולה wo allgemein der Text geändert wird, ist in der Bedeutung genommen ״an seinen Bestimmungsort kommen“. Dieselbe Be-

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