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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1906-01-01 · 1/2 (Januar-Februar 1906) · p. Seite 16

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
X (1906)
Issue
1/2 (Januar-Februar 1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 üng zu widmen unternimmt und ausser einer Einleitung (S. 10—58) den Buchstaben א des Wörterbuches (S. 55—111) bietet. Die Einleitung enthält nach einigen allgemeinen Bemerkungen eine Klassifizierung der in der Mechilta sich findenden Vokabeln hinsichtlich ihres Verhältnisses zum biblischen Hebraismus. Der Verfasser nimmt bei dieser sich freilich nur auf die Mechilta beschränkenden und darum naturgemäss lückenhaften Charakterisierung des tannaitischen Wortschatzes acht Klassen von Wörtern an, nach einer mehr empirischen als streng methodischen Einteilung. Jedoch ist die so dargebotene Uebersicht geeignet, eine richtige Vorstellung von der Art der Bereicherung darzubieten, die der biblische Hebraismus in den Schulen Palästina’s während der tannaitischen Periode erfahren hat. Es wird dadurch, was bisher in den die Sprache der Mischna behandelnden Werken zu lesen war, durch ein reiches aus einer einzigen Quellenschrift geschöpftes Beispielmaterial bestätigt und spezialisiert. Das Wörterbuch zum Buchstaben א zeugt von grosser Sorgfalt und Sachkenntnis. Die Artikel מנין (S. 71—76) und אמר (S. 85—95) können als Muster einer alle Einzelfälle des Sprachgebrauches in klare Uebersicht bringenden Darstellung bezeichnet werden. Es mögen nun noch Berichtigungen von Einzelheiten folgen. S. 11. Die Annahme, dass von der Mitte des dritten Jahrhunderts ab ״die selbständigen Aussprüche der Amoraim in beiden Talmuden aramäisch lauten״, ist unrichtig. Es gibt genug amoräische Aussprüche sowohl halachischen als agadischen Inhaltes, die sich in ihrer Sprache denen der Tannaiten anschliessen. — S. 17, Anm. 11. Es braucht nicht bezweifelt zu werden, dass man den Plural von עצש regelrecht ענ$ים; sprach; das ו in עונשים bezeichnet das kurze Kamez. S. 18 *ארח Qal, jemanden besuchen“. Aber in dem angeführten Beispiele Mech. zu 22. 8: ובמסרב בחברו לארחו ist das letzte Wort Infinitiv Piel und bedeutet: ״zuGaste laden, bewirten“; vgl.כמארח תלמיד חכם Berach. 63 b. Der Fehler ist S, 107 wiederholt und in den Nachträgen S. 112, zögernd (״wol“) berichtigt. — Ib. נבקקים, Mech. zu 12,12 bedeutet nicht ״morsch“ sondern ist Part. Niphal, gleich den mit ihm in einer Reihe stehenden Verbalformen (נרקבים נגדעים נשרפים); das Wort gehört allerdings hieher, da der Niphal von בקק im biblischen Hebr. andere Bedeutung hat. Sollte hier das Wort nicht ursprünglich gelautet haben נבקעים? — Ib. בר, Mech. zu 12,9 bed. nicht ״aussen“, sondern ist ein Substantiv (*das Aeussere“). — S. 20. חול in der Bed. ״fallen“ ist auch biblisch (II Sam. 3,29). — Ib. החשיך bed. nicht *von der Dunkelheit überrascht werden“, sondern im Dunkeln, beim Dunkelwerden sich irgendwo aufhalten. — S. 22. In der Erklärung der Redensart אראה בנחמה hält sich der Verf. an die Erklärung des Aruch (im Art. נחם ed. Kohut V, 333b); doch ist diese wohl unhaltbar. — Zu משא ומתן (S. 22) heisst es, der Ausdruck bedeute im Bh. *Tragen und Geschenk“. Aber wenn dieser im biblischen Hebraismus sich gar nicht findende Ausdruck auf Grund des bibl. Hebr. zu übersetzen wäre, müsste das so geschehen: ״Tragen und Geben“, da auch מתן als Nomen actionis zu erklären ist. —׳ Ib. סבב Piel bed. im Bh. nicht ״verwandeln“, sondern: wenden. — Die Bed. von ספק Qal im Bh.: ״sich erbrechen“ scheint durch unrichtige Auffassung von Jerem. 48,26 ermittelt ,zu sein. Die Bedeutung von מנעל (— bj?j) ist im nachbiblichen Sprachgebrauch zu feststehend, als dass sie auf der Erklärung des Wortes in Deut. 83,25 mit נעל zurückgeführt werden könnte. Vielmehr beruht die letztere, auch durch die LXX vertretene Erklärung auf jenem Sprachgebrauchs.

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