Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IX (1905)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1905)
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 186 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Miszellen und Notizen von M. Steinschneider. 74. In einem Artikol über die biblische Exogese des Josef Kaspi (Jew. Qu. Review XVIII, 1905 p. 140) hebt Bacher eine Stelle über Ballspiel hervor, welches auch als Gymnastik diene. Darüber gibt es eine Abhandlung von Galen, die auch ins Arabische übersetzt wurde (Virchow’s Archiv Bd. 124, 1891 S. 293 n. 57, 58). Fromme Juden verboten dieses Spiel als תלוי שפיעל; ist vielleicht in מעשה תלוי davon die Rede, dass Jesus mit dem Ball spielte, anstatt zu studieren?1) 75. Zur Blutfrage. Der sogenannte jüdische Ritualmord, über welchen kürzlich wieder eine angebliche Quelle entdeckt worden2), ist seit mehr als 60 Jahre durch den Missionär Biesenthal (״Corvö״) auf das christliche Abendmahl z!rückgeführt3 * *). Prof. Strack hat die ver-. schiedenartige Anwendung des Menschenblutes eigentlich ohne Not in die Debatte gezogen. Doch ist es nicht unwahrscheinlich,, dass der herrschende Aberglaube in Bezug auf die magische Wirkung, des menschlichen Blutes dazu beigeträgen hat, den Glauben an den Gebrauch von Christenblut zu bestärken. Die Alchemie .beschäftigte sich bekanntlich nicht bloss mit der Goldmacherkunst, sondern auch mit dem ״Stein der Weisen“ (und Anstoss der Toren), welcher die Gesundheit und das Leben über das gewöhnliche Mass hinaus erhält, Unter dem Einfluss des berühmten Arztes Paracelsus (gesf. 1541) fand zwischen Alchemie und Heilkunst eine engere Verbin-, düng statt (Kopp, die Alchemie; Heidelb. 1886, I, 33 ff.). Diesem Kreise gehört ohne Zweifel das Latein, ms. Digby 1747 an, worüber Macray’s Catalog folgendes mit teilt, Ueberschrift: De hunaano sanguine,. sive de compositione medicamenti cujusdam e sanguine per separationem qüatuor e'.ementorum. Aifang: Ex sanguine humano philosophicam medicinam extrahamus sive componamus. Die Bezeichnung *philosophisch“ für alchemistisch ist wohl erst durch Üebersetzungen aus dem Arabischen eingeführt. 76. Ueber hebr. figurirte Gedichte ist meines Wissens noch Nichts bekannt. Das Bodl. ms. Uri 179 bildet das Gedicht (Noub. 373 übergeht es) בסוד טעמי מקרא; in der Mitte steht 0 [Ygl. רם וטועד S. 10 Z. 1». Fr.] 2J Der Ritualmord bei den Talmud-Juden, von Dr. Carl Mommert, Leipzig, Haberland 1905, TI, 977 S. *) Ygl. Ad. Harnack, Medicinisches aus den ältesten Kirchenvätern, Leipzig 1893, S. 80 (auf diese Stelle macht mich Hr. Dr. Pick aufmerksam).