Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IX (1905)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 142 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tunis 1× ep/1048155
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142 dien beiruht und die vielfach sowohl der Ergänzung, als auch der Berichtigung bedarf1). Es folgt dann, nach verschiedenen Nachrichten (Absch. 1Y—VI), ein Abschnitt (VII) über die jüdisch-arabische periodische Presse in Tunis, der besonders interessant ist. Die erste Zeitung אלעמאלה איתונסייה, erschien 1878 und war ein Wochenblatt, und seit dieser Zeit sind mehr als 30 Blätter, zu verzeichnen, allerdings meist von kurzer Dauer und von nicht strenger Periodität. Dabei muss aber noch hervorgehoben werden, dass infolge der wechselnden Pressgesetze in den Jahren 1897—1903 keine jüdische Zeitung erscheinen konnte. Gegenwärtig erscheinen 4 Wochenblätter אלאתואד ,אלדסתאן אלשאסן [mit der näheren Bezeichnung: זונאל אצבורי עלאי ,ציוני] und אל פונונראן*) und 2 tägliche (אלברן und אלצבאת) und Vassei rühmt den wohltuenden und kulturellen Einfluss dieser Presse (p. 40). — Die eigentliehe Bibliographie beginnt erst mit Absch. IX (p. 51ff.), und es werden in dieser Lieferung, die bis Mitte D reicht, vorläufig 143 Nummern beschrieben. Misslich ist es, dass die Titel, auch die hebräischen, nach der Reihenfolge des arab. Alphabets geordnet sind, wobei auch Worte, die nicht strenge zum Titel gehören, wie ספר ,תכאות ,כתאב und dgl. berücksichtigt sind. Dadurch findet man z. B. ein Buch wie ספר מעשת שעשועים unter ס, das hier nach ר kommt. — Der Inhalt der beschriebenen Literatur ist meistenteils entweder liturgisch oder Unterhaltungsliteratur wobei letztere selten originell ist, sondern hauptsächlich arabische d. h. muhammedanische, in hebr. Quadratschrift gedruckte Erzählungen enthält. Auch das erste, im J. 1862 erschienene jüd.-arab. Werk war eine Umschrift des in Tunis berschenden Gesetzbuches oLUjfÜ! KXJUj q.-* ע iujLfÜ!. mit dem gekürzten Titel קאנון אלדולה אלתונסייה (s. p. 18—20) 2). — Der Dialekt der tunisischen Juden unterscheidet sich nur wenig von dem der einheimischen Araber (vgl. Hunne, Grammatik des tunisischen Arabisch, Leipzig 1896), wird aber nach Vassei (p. 5), besonders seit 1881, durch die stete Berührung mit italienisch und französisch korrumpiert und ist überhaupt, da die jüdische Jugend immer häufiger französische Schulen besucht, im Schwinden begriffen. Umsomehr ist es zu wünschen, dass die weiteren Lieferungen recht bald erscheinen und dass wir einen Gesamtüberblick über diesen fast verschollenen und doch nicht uninteressanten Literaturzweig erhalten möchten. — Samuel P08nan8Jci], ג) S. besonders p. 15, wo manche Angaben geradezu. unverständlich sind. Ebenso citirt er den Brief Maimuni’s an seinen Sohn Abraham, in dem über die Nordafrikaner ein sehr hartes Urteil gefällt wird, ohne zu wissen, dass dieser Brief längst als Apokryph nachgewiesen ist. Die Hauptquelle für Vassei scheint Cazls ״Essai sur l’histoire des Israelites de Tunisie“ (Paris 1888) gewesen zu sein. 2) Vassei verzeichnet auch solche Bücher, die zwar ausserhalb Tunis erschienen aber Tunisiener zu Verfassern haben, so Drucke aus Livorno (nr. 104, 107, 117, 118, 125 und 138; auch nr. 120, ספר שבד בת עמי ist in Livorno erschienen, s. p. 45 n. 1 und Steinschneider, p. 287, n. 95 und Algier (nr. 107).