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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1905-07-01 · 4 (Juli-August 1905) · p. Seite 104

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
IX (1905)
Issue
4 (Juli-August 1905)
Date
1905-07-01
Page
Seite 104 (sequence 8)
Language
German
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1:04 BLOCH!, PB., Die Kabbalah auf ihrem Höhepunkt und ihre Meister. 0= Schriften der ״Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums“.) Pressburg, Druck von Adolf Alkalay u. Sohn, 1905. 46 S. 8״.• [Sep.-Abdr. aus ״Monatsschrift f. Gesell, u. Wiss. d. Judent.“ 1905.] BONDI, J.,.Der Siddur des Rabbi Saadia Gaon. [Titel vgl. ,oben S. 8. — Zunz’■״Ritus“ ist ein von Meisterhand gezeichneter Entwurf für eine zukünftige Geschichte der Liturgie, die aber heute, ein halbes Jahrhundert nach* dem Erscheinen dieses für die Liturgie grundlegenden Werkes, noch immer ein pium desiderium ist. Wie lange wir auf eine zusammenfassende Darstellung der Liturgie noch zu warten haben, lässt sich nicht sagen, sicher ist es jedenfalls, dass diese Aufgabe nie befriedigend gelöst werden wird, so lange das handschriftliche Material, das gerade auf dem Gebiete der Liturgie in so ״reichlichem Masse vorhanden ist, nicht die demselben gebührende Beachtung finden wird. Unter den handschriftlichen Liturgiesammlungen nimmt nun der Siddur Saadia’s den ersten Platz ein, als das älteste uns bekannte Gebetbuch, denn der sogenannte Siddur R. Amram. in der uns erhaltenen Form ist zweifellos jünger, als das Gebetbuch Saadias, das, weil weniger benützt, auch weniger von seiner ursprünglichen ׳ Form eingebüsst hat. Herr Dr. Bondi, der seit einigen Jahren ■mit der Vorbereitung zur Herausgabe dieses סדור sich befasst, teilt in der vorl. Broschüre eine Anzahl sehr interessanter Notizen äus der Oxforder Handschrift des Siddur mit, die in einem den Wunsch rege rufen, recht bald das Ganze dieser höchst bedeutenden Liturgiesammlung kennen zu lernen. Im Gegensatz zu Zunz’Vermutung, dass der Siddur den ägyptischen מנהג der Zeit Saadia’s wiedergebe, glaubt Bondi (S. 9j . aus der Bemerkung Saadia’s über die verschiedene Benennung der Bachweide in Aegypten und ״in diesen Gegenden" mit Bestimmtheit nachgewiesen zu haben, dass der Siddur nicht מנהג מצחם ist. Bondi hat aber dabei übersehen, dass, wenn auch der Siddur nicht in Aegypten geschrieben worden ist, derselbe dennoch dem ägyptischen Ritus angehören, kann. Ich denke mir das Entstehen dieses Siddur folgendermassen: Die ägyptischen Gemeinden ersuchten ihren berühmten Landsmann, den Gaon von Sura, den ägyptischen מנהג genau zu beschreiben; sowie die wichtigsten Vorschriften über תפלה und ברכות zusammenzustellen. In seinem Siddur hat Saadia den Ritus seiner Heimat unberührt gelassen, wenn derselbe nicht im •Widerspruch mit der Halacha war, denn wenn er auch sonst in Manchem dem babylonischen Ritus den Vorzug gab, so konnte er doch nicht erwarten, dass die ägyptisehen Juden ihren alten.מנהג aufgeben werden, und sei es auch, um dem babylonischen zu folgen. Die Beweise für die Identität des Siddur mit dem מנהג מצרים hat Bondi selbst, freilich ohne es zu merken, in den von ihm veröffentlichten Notizen aus dem Siddur gegeben, und ich hege gar keinen Zweifel, dass mit der Bekanntmachung des Siddur dieselben um viele sich vermehren lassen werden. Ich will vorläufig auf folgende Fälle hinweisen, in welchen der Siddur mit dem מנהג מצרים bei Maimonides übereinstimmen. In der Haggada war bis jetzt Mäimonides der einzige, der auf דצ״ך עד״ש באדדב sofort רגן גמליאל folgen lässt, während; in allen anderen Ritualien die beiden Stücke ריה״ג und כמה מעלות dazwischen stehen. Durch Bondi wissen wir jetzt, dass auch Saadia diese beiden Stücke nicht hat (S. 32). Es sei noch bemerkt,

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