Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IX (1905)
- Issue
- 2 (März-April 1905)
- Date
- 1905-03-01
- Page
- Seite 50 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2254995-7565914-7600153--1716-2256636- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
50 Ein angeblicher Koheleth-Kommentar Saadja Gaon’s. Yon W. Bacher. David Frankel, der in neuester Zeit verschiedene Erzeughisse der älteren jüdischen Literatur aus Handschriften ediert hat (s. Z.f.H.B. Vlll, 65,67, 129, 131), veröffentlichte im Jahre 1903 auch einen Koheleth-Kommentar, als dessen Autor der Gaon Saadja genannt wird (Vקהלת עם פירוש ועינו סעדיה גאון ־׳, Husiatyn u. M. Sziget 1903, 24 Bl.). Üeber die ״sehr alte Handschrift“, die auf dem Titelblatte als Quelle der Edition genannt ist, gibt der Herausgeber gar keine weitere Nachricht; nur in der auf S. 2 a stehenden Anmerkung erwähnt er, dass die Handschrift auch den Saadja’s Namen führenden Kommentar zum Hohenliede enthält, den Isaak Akrisch in dem drei Kommentare zum Hohenliede enthaltenden Sammelbändchen (Constantinopel, ca. 1577) zum Abdrucke gebracht hat. Die Nachschrift zu diesem Hoheliedkommentare druckt Fränkel als ״Vorwort des Uebersetzers“ au der Spitze des Kohelethkommentars ab; dieselbe findet sich auch bei Dukes (Beiträge II, 105) nebst anderen Auszügen aus dem von Isaak Akrisch edierten Kommentare, aber nach der Prager Ausgabe (1608) des letztem. Bei Fränkel steht am Schlüsse des Nachwortes die Einführung des Kohelethkommentars, welche lautet: אתחיל עתה פירוש ספד קהלת על פי אשר תשיג יר המעתיק הרוצה לקבל ישכר מאת מי שאמר והיה העולם. Nun bietet aber eine Handschrift der Bo dieyana (Neubauer, N. 359) beide Kommentare, und zwar folgt, wie wir aus Neubauers Mitteilungen (Catalog, Col. 76) entnehmen* nach der Nachschrift zum Hoheliedkommentare — die N. ebenfalls ganz abdruckt — dieselbe Einführung des Kohelethkomm., wie bei Fränkel. Offenbar ist die von Fränkel benutzte Handschrift eine Abschrift der Oxforder. In dieser letzteren folgt auf die beiden Kommentare die kleine Schrift, in der der Vll. Abschnitt von Saadja's Emunoth in der Form von ״Zehn Fragen der Schüler S.’s“ bearbeitet ist (s. Steinschneider, die Arabische Litteratur der Juden S. 53). Da so der Kohelethkommentar in dem Oxforder Manuskripte zwischen zwei, Saadja zugeschriebenen Werken steht, stammt er nach der Meinung des Abschreibers — der die Abschrift der drei Schriften in Lodi im J. 1576 verfertigte — ebenfalls von Saadja, und der ״Uebersetzer“ (המעתיק), der sich in den Einführungsworten zum Kohelethkommentaie nennt, ist wohl jedenfalls derselbe, der in dem Schlussworte zum Hohenliedkommentar für die Mangelhaftigkeit seiner üebersetzung um Nachsicht bittet. Dieser