Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 4 (Juli-August 1904)
- Date
- 1904-07-01
- Page
- Seite 110 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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iio Diese drei Dekrete atmen schon den Geist der triumphierenden Kirche, denn es werden in ihnen verboten: die Ehen zwischen Juden und Christen, das Halten christlicher Sklaven, das Arbeiten an Sonntagen, die Verleihung von Aemtern an Juden u. dgl. Es sind also dieselben Angelegenheiten, die die ersten christlichen Kaiser und Konzilien im 4. und 5. Jahrhundert zu Ungunsten der Juden geordnet haben. Der Verlauf der jüdischen Geschichte ist in allen christlichen Ländern Europas im Wesen derselbe. Im Allgemeinen sind jedoch die Juden in den Ländern der ungarischen Krone unter der Herrschaft der nationalen Könige milde behandelt worden. Anfangs des 14. Jahrhunderts gelangen fremde Herrscher auf den Thron der Arpaden und das Blatt der Geschichte wendet sich zu Ungunsten der Juden — Die Arbeit des Herausgebers ist von Dr. Alexander Büchler (Rabbiner in Keszthely> einer eingehenden Kritik unterzogen worden ^Magyar Zsidö Szemle XXI [1904] 127—142). In einer Gegenkritik (ebenda Juliheft) versucht Dr. Friss mehrere Ausstellungen seines Rezensenten zu entkräften, während Dr. B. sie aufrecht erhält und mit einigen neueren vermehrt. Es ist nicht zu leugnen, dass in den Einzelheiten [schwere Missgriffe gemacht worden sind, auf die hier nur im Allgemeinen aufmerksam gemacht werden soll. Trotzdem werden alle interessierten Kreise den stattlichen Band mit Dank begrüssen, da er ihnen in bequemer Form alles das bietet, was bisher mühsam zusammengesucht werden musste, und weil der trotz einiger Fehler brauchbare Index die Uebersicht über das vorhandene Material erleichtert. Es steht auch zu hoffen, dass die Lücken, die trotz des bedeutend vermehrten Materials geblieben sind, im Laufe der Arbeit ausgefüllt werden und dass bei grösserer Sorgfalt in Zukunft gröbere Verstösse gegen die wissenschaftlichen Anforderungen nicht mehr Vorkommen werden. Der ungarische Literaturverein, der das Unternehmen organisiert und mit den nötigen materiellen Mitteln versehen hat, hat sich um die jüdische Historiographie ein neues Verdienst erworben, wofür ihm der Dank dargebracht sei.— L. RZaw-Budapest.] MOORS, B. P., Le Systeme des poids, mesures et monnaies des Israelites d’apres la Bible. Paris, A. Hermann, 1904. (62 S. u. 6 Tabellen). [Das eigentliche Thema ist die Frage, ob die Israeliten zur Zeit Salomons für die Peripherie (7r) eine genauere Formel als 8 hatten. Der Vf. beantwortet sie positiv, verhehlt sich aber nicht, dass seine Gründe ausserhalb der Bibel liegen (p. 25), zum Teil auf dem Gebiete der Aegyptologie. Vor einigen Jahren gab er mir Veranlassung, privatim mein Bedenken auszusprechen, dass vor der arabischen Periode die jüdische Literatur keine Spur einer genaueren Formel aufweise; das Argumentum a silentio fällt hier schwer ins Gewicht l — M. Stein- Schneider.] MUELLER, D. H., Ueber die Gesetze Hammurabis. Vortrag. Wien, A. Holder, 1904. 45 S. 8°. M. l.~ NIELSEN, D., Die altarabische Mondreligion u. die mosaische Ueberlieferung. Strassburg, Trübner, 1904. VI, 223 S. m. 42 Abbild. 8°. M. 5.- NOWACK, W., Die kleinen Propheten, übersetzt u. erklärt. 2. (verm. u. verbess.) Auflage. (= Handkommentar zum A. T.,