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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1904-05-01 · 3 (Mai-Juni 1904) · p. Seite 68

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VIII (1904)
Issue
3 (Mai-Juni 1904)
Date
1904-05-01
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
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68 [Vorliegende Studie, die zum ersten Male in der Festschrift für N. Sokolow erschienen ist, behandelt in erschöpfender Weise den ersten uns bekannten Exegeten der nordfranzösischen Schule, Menacfreni b. Chelbo. Die uns erhaltenen exegetischen Bemerkungen, die wir ausschliesslich Baschi und Joseph Kara verdanken, werden uns hier in vollständigerer Form als bei den früheren Sammlern, wie Dukes im LtbJL des Orients Jhrg. 1847, Geiger im Parschandata, Leipzig 1855, und A. Wolff im Haschabar Jhrg. II (1871), geboten, wobei Pozn. auch den sogen. Kara Kommentar zu den Propheten in der Lubliner Ausgäbe der מקיאות גדולות benutzen konnte. Die einzelnen Erklärungen von M. b, Ch. werden auch, soweit dies nötig, besprochen, und das Bild des Autors wird noch vervollständigt durch Beifügung der sehr spärlich uns erhaltenen Erläuterungen M. b. Ch’s zum Mabsor. ln einer Einleitung p. 5 -17, trägt P. alles das Zusammen, was wir über den Autor wissen, und charakterisiert dessen Exegese, soweit dies bei dem geringen Materi&l möglich ist. Der bewährten Umsicht P’s. gelang es, noch manches wertvolle Detail hierbei uns zu bieten, was den Wert der mit gewohnter Akribie und Belesenheit geschriebenen Arbeit noch wesentlich erhöht, und dieselbe als dankenswerten Beitrag für die Gesch. der Exegese erscheinen lässt. Wir wollen nun in Nachstehendem das Wichtigste hervorheben,‘ zugleich unsere eigenen Bemerkungen in [] anfügend. M. b. Ch. war ein älterer Zeitgenosse Baschi's, und blühte demnach 1080—1086־. Da er in mündlichem Meinungsaustausch stand mit B. Jehuda Sohn des Mosche Hadarschan, so ist anzunehmen, dass er, der hauptsächlich in Nordfrankreich lebte, auch in der Provence war, wo er vielleicht Gelegenheit hatte mit Arabern in Verbindung zu treten, von denen er auch etwas Arab. hörte, das er zur Erklärung von Bibel-oder Targumworten verwendete, wie zu ערום Targ.בדשן I Sam. 18,24. [Vielleicht aber stammte M. b. Ch. wirklich aus Südfrankreich, von wo er nach dem Norden auswanderte, worauf auch die p. 6 Anm. 1 im Namen Berliners mitgeteilte Identifizierung von לאטאש — חלבו hinweisen könnte?] Sein Lehrer in der Exegese war vielleicht ein sonst nicht hekannter B. Asarja. Von seinen Familienverhältnissen wissen wir gar nichts; höchstens lässt sich vermuten, dass er einen Sohn, Namens Joseph, hatte, der einmal in einem Besponsum als Talmudist erwähnt wird. •Nach seiner hauptsächlichen Beschäftigung mit der Bibelerklärung wird,er auch קרא genannt. [Zu bemerken wäre hier, dass diese Be- Zeichnung vielleicht mit einer öffentlichen Stellung M. b. Ch’s. zusammenhängt. Zweifelsohne muss er sich eines hohen Ansehens erfreut haben, da er sehr oft als הזקן angeführt wird, also als einer, dessen Worten Gewicht beigelegt wird. In Betracht kämen hierfür besonders die Stellen Bi. 2,15 16, wo es heisst היה מזהיר את בל העומדים לפניו, und noch zu I Kön. 8,32 (Pozn. p. 24) היד, מפרש על כל אדם, woraus man schließen kann, dass er Vorträge belehrenden und inoralisehen Inhaltes gehalten habe, und die Leute gleichsam zum Zweck der Ermahnung angerufen habe, sodass קרא dem in der Provence üblichen דרשן entspräche. Meiner Ansicht nach steht der Beziehung von קרא. speciell auf die Beschäftigung mit der Bibel der Umstand entgegen, dass wir nirgends Kenntnis haben von Erklärungen des M. b. Ch. zum Pentateuch, der doch in erster Beihe als מקרא bezeichnet wird]. Erhalten sind uns einzelne Erklärungen M. b. Ch’s zu den propheti&chen Büchern, mit Ausnahme von Josua, (wobei speciell zu Kön. und Ezechiel פתרוני רמב״ח vorhanden gewesen sein mögen), zu Hiob, But, Klage!., Chronik, — Die Art der Exegese M. b. Chfs lässt sich

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