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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1904-01-01 · 1 (Januar-Februar 1904) · p. Seite 10

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VIII (1904)
Issue
1 (Januar-Februar 1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 eindringendem Verständnis und wissenschaftlicher Zuverlässigkeit verarbeitet und beleuchtet hat. Welch eine Fälle von Belesenheit und Arbeit steckt z. B. in den Erklärungen, die S. 76 Anm. 8 zu den astronomischen Angaben über die Planeten und ihre Bewegungen gegeben werden; in den Anführungen, mit denen S. 58 Anm. 1 der Text des Ben Sira zu בגדול ממך בל תדרוש aus dem ganzen Literaturgebiet belegt wird; in dem Nachweis S. 40 Anm. 8, dass ״dreizehn“ Sonnen- Untergänge der richtige Text sei und nicht ״vierzehn“! Das Wenige, das an Einzelheiten auszusetzen und nachzutragen ist, trifft nicht einmal den materiellen Inhalt, sondern berührt nur das Beiwerk. S. 27 Anm. 5 rührt die Erklärung von ארפבם harpagium (Giesskanne) ursprünglich nicht von Dr. M. Krüger (in der leider unvollständig gebliebenen Ausgabe dos Ber. r. von Frankfurt a. M.), sondern von David Cohen de Lara in seinem עיר דויד her. Sowohl dessen עיר דויד, wie sein כתר כהונת ist doch gar nicht berücksichtigt worden, obwohl darin manches Treffende noch zu holen ist. Auch der פירוש למדרש הרבות מהתורה von מהר״ר נפתלי דמתקרי הירץ ריש מתיבתא בק׳-׳ק לעמברג ist ganz bei Seite gelassen; er giebt zwar keine neue Lesarten, welche die Neuausgabe nicht enthielte, aber er bestätigt zuweilen die von dem üblichen Text abweichenden, und bietet einige wenige Modifikationen, die wohl aus einer Handschrift geschöpft sind. — Etwas störend und beeinträchtigend wirkt der Mangel an Uebersichtlichkeit. Sowohl im Variantenverzeichnis wie im Kommentar wird man verwirrt und erdrückt von der Fülle des Gebotenen, und man bedarf der Zeit und der Mühe, um sich in der gelehrten Massenhaftigkeit zu orientieren. Im Kommentar hätte der Verfasser vielleicht sich auf die strikte Erläuterung des Textes beschränken und das weitere, sehr erwünschte und aufschlussreiche Material in einem Anhang niederlegen können. Das soll keinen Vorwurf für den Verfasser bedeuten. Er hat gewiss nur der äusseren Notwendigkeit nachgegelben, hat den ökonomischen Rücksichten Rechnung tragen müssen. Es verlautet sogar, dass der Herausgeber vorhabe, das Verzeichnis der Varianten für die Belegphrasen, Citierungs- Worte u. dgl. bei den ferneren Lieferungen beträchtlich einzuschränken, ja ganz einzustellen. So geringfügig dies erscheinen mag, so wäre es immerhin sehr zu bedauern, schon weil solche Kleinigkeiten ab und zu durch unbewussten Eindruck die Intuition anregen und das Gefühl auf das Richtige leiten können. Indess ist ja ein Rabbiner nicht in der Lage, ungezählt• Summen auf seine gelehrten Liebhabereien verwenden zu können, selbst wenn er im übrigen sonst gerne bereit ist, aufseinen Schriftstellerlohn zu verzichten. Dankbar ist es anzuerkennen, dass die Alliance IsraMite und die Zunzstiftung dazu beigetragen haben, die Drucklegung des Werkes überhaupt erst zu ermöglichen. Aber eine gelehrte Ausgabe des Bereschith rabba, welche den gesamten, darauf bezüglichen Stoff mit allen Varianten, Nachweisen und Erläuterungen in sich, wie in einer Fundkammer, zusammenfassen soll und diese — nächst oder vielleicht neben der Pesikta derab Kahana — älteste und wichtigste, dabei so umfassende Midraschsammlung in einer würdigen Form darreichen würde, eine solche Ausgabe verlangt allerdings ganz andere Mittel. Sie wäre eine Ehrenpflicht der deutschen Judenheit, welche ja sonst für humanitäre und kulturelle Zwecke stets ein grosses Herz und eine offene Hand hat, bis auf-. Der jüdischen Wissen״ schaft ganzer Jammer fasst mich an. Gott besser’s!-Welch unbedingte Anerkennung, welch hohes Lob gebührt daher dem Dr. Theodor, dass er mit zähem Fleiss, mit unverdrossenem Eifer und unerschütter-

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