Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1903)
- Date
- 1903-09-01
- Page
- Seite 139 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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139 sog. חזקה, das übrigens nicht allein in den Gesetzen des Kirchenstaates, sondern auch unter dem Namen Guedik in den confessionellen Gesetzen der Türkei seit dem XVI. Jahrh. eine Rolle spielt. In Italien wie in der Türkei war das Recht der חזקה durch Androhung des Bannes geschützt. Vgl. Danon in REJ XL, 226 ff. — Die kleinen Beiträge von Prof. S. Fraenkel zum targumischen Wörterbuch (S. 97—99) zeichnen sich durch Gediegenheit aus. Aber ist nicht תןגרקין (also inEd.Ven.I) das griechische thorakion ״Brustwehr“?—Die Annalen der hebr. Druckerei in Wilhermsdorf von A. Freimann (S. 100—115) zeigen den gewissenhaften, fleissigen und hervorragend tüchtigen Bibliographen. Das fast nur dem Titel nach bekannte jüdisch-deutsche Reisehandbuch דרכי נועם (S. 105, Z. 4 v. u. ff. und 110, N. 99) befindet sieh in einem vollständigen Exemplar in meinem Besitze.1) Hirsch b. Chajjim ist Verf. und Setzer zugleich. Der Druck ist יום ר ב״ח חשון תפ״ד also noch 17221 vollendet. 88 pag. Bl. und 18 unpag. Bl. 16°. — Geistigen Genuss und Gewinn bietet J. Friedlaender durch seinen Beitrag ״Die Messiasidee im Islam“ (S. 116—180), eine wörtliche Reproduktion der vom Vf. am 15. Nov. 1902 an der Strassburger Universität gehaltenen Antrittsvorlesung, frei von allem gelehrten Beiwerk und dennoch von reicher Gelehrsamkeit zeugend, streng wissenschaftlich und populär zugleich. Friedlaender behauptet nicht allein mit Wellhausen den jüdischen Ursprung des Schiitismus, sondern weist auch den ursprüngliehen Zusammenhang dieser Lehre mit der Messiasidee nach. Auch der Mahdi ־ Glaube ist nichts anderes als eine Frucht des ins Mohammedanische übertragenen Messiasglaubens. — Ein prächtiges Stück Gelehrsamkeit zeigt Goldzihers Beitrag ״Muhammedanischer Aberglaube über Gedächtniskraft und Vergesslichkeit mit Parallelen aus der jüd. Literatur“ (S. 181—155). Auch hier, wie in allen anderen Arbeiten Goldzihers grosser Sammelfleiss, volle Beherrschung des Stoffes, und klarer durchdringender Blick. — Grünhut’s Bemerkungen zu Berliner’s Raschi - Ausgabe (S. 156—168) verfolgen den Zweck, gegen Buber’s Annahme, dass Raschi, wo er den Tanehuma zitiert, nicht unseren (T. I), sondern den erst von Buber herausgegebenen Tanehuma (T. II) gemeint habe, zu beweisen, dass Raschi diesen letzteren Tanehuma nicht gemeint haben kann. Grünhut zeigt ferner gegen Buber an einigen ausgewählten Beispielen, dass die Tanehuma- Zitate bei Raschi zu Exodus mit T. I nicht identisch sind und dass T. I zu Exodus auch nicht der im übrigen verloren gegangene Jelamdenu ist. Vielmehr, meint Gr., sind Raschi’s Tanehuma und der verloren gegangene Jelamdenu ein und derselbe Midrasch mit zwei verschiedenen Namen. Buber’s Position in der Tanehuma-Jelamdenu- Frage scheint in det Tat unhaltbar.— (Schluss folgt.) N. Porges. FRIEDLAENDER, M. H., Die hervorragendsten jüdischen Staatsmänner und Mäcene in früheren Jahrhunderten, Wien, (Verlag B. Epstein u. Co. in Brünn), 1903. 92 S, 8°. M. 2.— FRIES, S. A., Die Gesetzesschrift des Königs Josia. Eine kritische Untersuchung. Uebers. von Th. Faulwasser, durchgesehen von *) [Erst nach Druck der Arbeit bemerkte ich, dass St. 0. B. Add. et Corrig. p. C das Büchlein genau beschreibt. Zedner p. 762 verzeichnet das Büchlein, doch fehlt der Titel, wie fast aller jüd.-deutsch. Bücher im Register.] Fr,