Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 4 (Juli-August 1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- Seite 100 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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1Ö0 benutzt solche Sammlungen, auf die er teils mit den Worten מצאתי, oder, im Palle mündlicher Tradition, mit שמעתי verweist» P. 5 fasst B. seine bisherigen Bemerkungen zusammen, wo er unter Anderem der Vermutung Ausdruck giebt, dass die Tosafisten unter קונטרס auch jene Sammlung verstehen, in der auch möglicherweise Bemerkungen von Raschi enthalten waren, und dass sie mit der Wendung רש״י פירש einen Gegensatz konstatieren zu Erklärungen R.’s in jener Sammlung, die sie mit ובקונטרס פירש citieren, oder aber ,unter קונטרס den Commentar Raschi’s verstanden haben, der bereits mit den zuerst wohl an den Rand gesetzten Zutaten und Ergänzungen seiner Zeitgenossen, unmittelbar von Schüler und Nachfolger ausgestattet war.“ In Abschnitt II geht Verf. auf die Art und Weise ein, wie R. schreibt, abschreibt und diktiert, wobei auch im Anschluss an Frühere hervorgehoben wird, dass vermeintliche Widersprüche bei R. mitunter darauf zurückzuführen sind, dass er an den verschiedenen Stellen der Auffassung seiner verschiedenen Lehrer folgt. In Abschnitt III u. IV erörtert der Verfasser die verschiedenen Wandelungen und Wanderungen der Raschikommentare, wie auch die von den Schülern aus den einzelnen Ländern vorgenommenen Aenderungen und Zusätze. Hierbei wird auch festgestellt, dass R. jedenfalls einen Kommentar zu Nedarim verfasst habe, der aber, da dieser Traktat schon seit der Zeit der Gaonen wenig studiert wurde, in Vergessenheit geraten sei, jedoch noch dem im 16. Jahrhundert lebenden R. Joseph ibn Leb auszugsweise bekannt gewesen sein muss. In Abschnitt V behandelt Verf. verschiedene Schüler Raschi’s, wie Samuel h. Perigoros und Schemaja, den Schüler und Sekretär R.’s, dessen in einem Leipziger Ms. enthaltenen Randglossen zum Pentateuchkommentar auf p. 18—22 mitgeteilt werden. Abschn. VI behandelt Schemaja’s Mitarbeiterschaft am Komm, zu Jecheskel, Abschnitt VII dessen Zusätze zu R.’s Talmudkommentar, die sich beispielsweise im Kommentar zu Hagiga nach Cod. München durch die Bemerkungen הוסיף חמי erkennen lassen, da Schemaja damit auf seinen Schwiegervater RSBM hinweist, ebenso wie andererseits dieser Autor ganz im Geiste Raschi’s in dem unseren edd. beigedruckten Komm, zu Middöth spricht. In Abschnitt VIII geht Verf. besonders auf die hagadischen Primärquellen Raschi’s ein, wobei hauptsächlich auch der von Buber edierte Tanhuma in Betracht kommt, und ferner nachgewiesen wird, dass R. das Targum zu den Hagiographen nicht gekannt hat. Abschnitt IX behandelt die Eigentümlichkeiten von R.’s Ausdrucks weise, und bemerkenswerte Aeusserungen in seinen Kommentaren. In Abschnitt X werden einige im Laufe der Zeiten eingeschlichene Missverständnisse, die teilweise auf Schreibfehler zurückzuführen sind erörtert; so z. B. die Schreibung von בלעז mit dem Abbreviaturzeichen, so dass man dieses als בלשון עם זר auffasste, während das talmudische לעז das Griechische bezeichnet. In den ältesten Raschi-Mss. hiess es wohl בלשוננו בל׳, womit das französische Idiom seiner Heimat Troyes gemeint ist. In Abschnitt XI bietet uns der Verf. besonders nach Ms. No. 191 der Bodleiana eine abweichende Recension von Schemaja’s Middöth-Comm., grossenteils zum 1. Perek, wo auch mitgeteilt wird, dass zu diesem auch eine Gemara vorhanden gewesen sei. Zum Schlüsse veröffentlicht der Verf. in Abschn. XII Zusätze, die sich in der sehr seltenen Pentateuchausgabe von Ixar 1490 am Ende von Genesis finden, und sich über Kap. 47,29 bis 49,20 erstrecken. — Es ist demnach ein sehr reichhaltiges Material, das uns Berliner in diesem knappen Rahmen bietet, und das eine willkommene Erleichterung der