Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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31 Schm äh sucht befreit zu haben. Freilich steigt damit auch der Wert des TJ, und das ist es, was P. nicht zugehen will. Er teilt eben den Standpunkt der meisten jüdischen Gelehrten,1) die das TJ gern aus der Welt räumen möchten; unbefangen ist dieser Standpunkt nicht. P. ist es unbegreiflich, wie ich dazu kam zwei Copien eines gedruckten Textes als Textzeugen für die Lesart עיר anzurufen. Nun denn, das ist in der That keine alltägliche Sache, aber da sie meine auch sonst aufgestellte Conjectur bestätigt, so darf ich jene unbefangenen Zeugen gewiss anrufen. Dass der Recensent meine Conjectur, wieder ohne Begründung, nicht annimmt, hat nichts auf sich. Weder עיר als Rom, noch überhaupt ״römische Localfarben“, gesteht er mir zu, wo doch das TJ. den Luftkampf zwischen Jesus und Judas (recte zwischen Petrus und Simon Magus) ausgiebig verwerthet, und dieser Kampf fand nach den meisten Quellen in Rom statt. Und zeigen die Erwähnungen des ״Felsen“, der Petrus-Kirche, überhaupt die ganze Petruslegende nicht römische Localfarben? P., um nur nicht meine Conjectur anzunehmen, gefällt es lieber von Ai, von den Leuten in Ai zu sprechen, als ob der Toldoth-Schreiber, ein zweiter Sellin, die Stadt Ai mit Leuten und Kleidern ausgegraben hätte! P. will es ferner nicht gelten lassen, dass im Pariser Process von TJ die Rede war, wo ich doch (S. 14) zwei Autoren anführe, die dasselbe behaupten, eine Behauptung, die selbst Victor Hugo, einem in dieser Frage gewiss unparteiischen Menschen, bekannt war (v. ״Deborah“, Cincinnati 1902, Februar). Auch das in einem spanischen Ms. Talamontein genannte Buch, welches ״von der Genealogie unserer Herrin handelt“ (S. 302), ist für P. ja nicht das TJ, sondern ״natürlich der Talmud“. So sicher möchte ich doch die Sache nicht hinstellen, obzwar ich auch für TJ nicht unbedingt stimme. Ich könnte noch andere Einzelheiteiten in Porges’ Recension he ans tanden, glaube aber, schon aus aufrichtiger Verehrung für die Person des Recensenten, selbst den Schein einer Polemik vermeiden zu müssen. Ich kann nur die von P. vorgeschlagenen zahlreichen Emendationen der handschriftlichen Texte für verdienstvoll ansehen, und ich habe sie demzufolge mit Dank zur Kenntnis genommen. Aber auch da bemerke ich, dass z. B. ממשה und בחו״ל der Texte, wofür P. etwas anderes vorschlägt, richtig sind. Die Emendation ויתרו gebe ich selbst (S. 122), dass מ זה לא עבר בארצנו ein Germanismus ist (עבר passieren), sage ich selber (JQR. XII, 725 N. 2), anderes habe ich seitdem gefunden. הותדום kann ich nicht für gut hebräisch halten, es müsste jedenfalls ההגרי heissen; ich bleibe dabei, dass der Autor ך,ןגף gemeint hat. Dass aus dem Schwur bei den zehn Geboten etwas für die Zeitgeschichte folge, habe ich selber gespürt, nur konnte ich ebensowenig wie P. etwas darüber finden; bei der Thora, bei den Phylacterien etc. schwor man schon in talmudischer Zeit. Ein gleiches gilt von der Bestimmung der Kindertaufen; Positives hat P. auch hier nicht beigebracht. — Samuel Krauss. ג) Dagegen sagen christliche Gelehrte wie Massmann und Hamack (s. bei mir im Nachtrag S. 304) zur Erklärung von christlichen Quellen über Helene dasselbe aus, was ich über dieselbe Helene gesagt habe; nur P. will es (S. 173 oben) nicht erlauben, in den »Unsinn der Unwissenheit“ eine Methode zu bringen. Ein Irrtum ist noch kein Unsinn!