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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1903-01-01 · 1 (Januar-Februar 1903) · p. Seite 17

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VII (1903)
Issue
1 (Januar-Februar 1903)
Date
1903-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 SIMON, J., Der Mischna-Commentar des Maimonides zum Tractat Mo‘ed Eatan und zum Tractat Sabbat V, VI, VII. Nach den Handschriften zu Berlin, Budapest und London zum ersten Male im arabischen Urtext nebst verbesserter hebräischer Uebersetzung herausgegeben. Berlin, H. Itzkowski, 1902. VHI u. 33 S. 8*. [Anzeige auf S. 7f.] WOHLGEMÜTH, J., Rabbi Esriel Hildesheimer זצ״ל. Eine Gedenkrede, gehalten in der Synagoge des Rabbiner-Seminars am 4. Tammus 5662. Berlin, 1902. 20 S. ZIEGLER, IGNAZ, Die Königsgleichnisse des Midrasch beleuchtet durch die römische Kaiserzeit. Breslau, S. Schottländer, 1903. XXXII, 453 und OXCII S. gross 8°. [Es ist ein schönes Thema, welches sich Ziegler, Rabbiner in Karlsbad, in seinem fast 700 Seiten umfassenden grossen Buche zur Bearbeitung ausersehen hat. Es handelt sich um die Königsgleichnisse des Midrasch und natürlich auch des Talmuds, die die agadischen Lehren und Aussprüche mit solch* lebhaften Farben illustrieren und der Agada einen eigentümlichen Reiz verleihen. Dass diese Gleichnisse aus dem Leben herausgegriffen sind, wusste man oder vielmehr ahnte man auch bisher, dies jedoch im Einzelnen nachgewiesen zu haben, ist das unbestreitbare Verdienst Zieglers. Seiner Arbeit verdanken wir es, dass nun alle diese Gleichnisse ins rechte Licht gerückt wurden und ihre Stelle in der römischen Kulturgeschichte gefunden haben. Den Reichtum an archaeologischem Material, das im rabbinischen Schrifttum enthalten ist, veranschaulicht schon eine Zusammenstellung der von Ziegler gewählten Ueberschriften: I. Amtszeichen und Ehrung der Kaiser, II. Die proconsulariscbe Gewalt. Das Heer, III. Die Jurisdiction der Kaiser, IV. Die Beamten der Kaiser, V. Die ]Freunde der Kaiser, VI. Die Freigelassenen und Sclaven der Kaiser, VII. Der Bau- und Gartenluxus der Kaiser, VIII. Panem et circenses, IX. Staats- und Familienbesitz der Kaiser, X. Die Augusta, XI. Die Söhne und Töchter der Kaiser. All’ dieses Material wird im Talmud und Midrasch zu unzähligen Malen nicht blos in Form von Gleichnissen, sondern auch in gewöhnlichen Aussprüchen und selbst in halachischer Beziehung berührt und erörtert, so dass wir es nur bedauern können, dass sich Z. auf die Königsgleichnisse beschränkte, die freilich die Beziehungen zum antik römischen Wesen leichter durchblicken lassen. Die Beleuchtung an der röm. Kaiserzeit, wie es im Titel richtig heisst, hätte dem ganzen Talmud und Midrasch zu Gute kommen sollen, denn ich wüsste nicht, wie in dieser Beziehung ein Unterschied in den Bestandteilen des Midrasch statuiert werden könnte; auch bildet das Wort ״König“ kein constitutives Element der Gleichnisse, so dass wenigstens die Gleichnisse hätten durchgehend bearbeitet werden sollen. Bei der Mühe, die der Verfasser, der in einer Provinzstadt arbeitete, um sein Thema sich gemacht, bei dem Wissen, das er dabei entwickelt, bei dem Umfange des Werkes und bei der schönen Ausstattung desselben, wie sie bei jüdischen Werken leider selten zu sehen ist, muss es geradezu als ein Verlust angesehen werden, dass Z. sich seine Aufgabe nicht erweiterte. Einigemal fühlt er selber das Missliche seiner Stoffwahl und durchbricht er auch den selbst erwählten Rahmen, einmal spricht er 2

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