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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1902-11-01 · 6 (November-Dezember 1902) · p. Seite 169

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VI (1902)
Issue
6 (November-Dezember 1902)
Date
1902-11-01
Page
Seite 169 (sequence 9)
Language
German
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169 gehässig und insoferne also jüdisch ist, dass aber die Thatsachen selbst auf guten und zwar christlichen Quellen beruhen, sodass also, statt mit Bezeichnungen als jüdische Schmähschrift; elendes Machwerk, abscheuliche Torheiten u. dgl. mehr um sich zu werfen, es vielmehr Aufgabe der christlichen Theologie wäre, das Büchlein auf seine Quellen zu prüfen“ (Einleitung S. 2, Z. 5—18). Yerf. glaubt, dass e» sich hier um ein nahezu anderthalb Jahrtausende altes literarisches Erzeugniss handle (Yorr. S. HI). — Die Einleitung (S. 1—28) bespricht die ältesten Spuren und Bezeugungen, die Yerbreitung und Geschichte des TJ (ich bediene mich dieser Abkürzung für Toledot Jesehu), von dem 15 Mss., zum Teil allerjüngsten Datums und sehr geringen Wertes, herangezogen worden sind. Der ersten Abteilung des Buches, die Texte enthaltend, geht S.27—87 die von E. Bischoff herrührende Klassificierung der Texte nach fünf verschiedenen Haupt-Typen voran. Keine der einen vollständigen Text bietenden Handschriften ist älter als das Ende des XY. Jahrh., einige sind Abschriften oder gar Umarbeitungen aus dem XYm. oder XIX. Jahrh. S. 88—149 Texte, fast durchweg hebräisch, einige Fragmente aramäisch, mit Angabe der Beleg- und Parallelstellen und mit kritischem Apparat in den Fussnoten, nach jedem der 8 ersten Texte die deutsche Uebersetzung, dann Text 4—7 nur hebr., 8. aram. und hebr. (übersetzt), 9. theils hebr. theils aram. mit deutscher Uebersetzung. Die zweite Abth. S. 158—248 enthält Abhandlungen über das Yerhältniss des TJ zu den christlichen, jüdischen, mohammedanischen, karäischen Religionsschriften und zur mittelalterlichen polemischen Literatur, über die folkloristischen Motive des TJ und über die drei legendarischen Anhänge dieser Schrift, zuletzt ein die Ergebnisse zusammenfassendes Schlusswort. Es folgen S. 249—301 zahlreiche Anmerkungen, deren Benutzung dadurch sehr erschwert ist, dass sie nicht als Fussnoten unter den Text gesetzt, sondern ans Ende des Buches verwiesen sind. Nur nach langem Suchen gelingt es, zu einer Anmerkung die Textstelle zu finden, zu der sie gehört. Diese das Nachschlagen geradezu verleidende Unbequemlichkeit wird durch die grösseren Typen der Anmerkungen nicht aufgewogen. S. 302—309 Nachträge, Wort- und Sachregister und Berichtigungen. Dem Buche sind wertvolle begleitende Anmerkungen von Bischoff, Goldziher und Strack beigegeben. — Yerf. nimmt für das Büchlein TJ ein sehr hohes Alter in Anspruch. Schon auf S. 1 der Einleitung erhöht sich das Alter, das auf Yorr. S. HI, Z. 4 v. u. mit nahezu anderthalb Jahrtausenden angegeben wird, unter der Hand in ein ehrwürdiges Alter von mindestens anderthalb Jahrtausenden, S. 246 wird TJ als wahrscheinlich im 5. Jahrh. entstanden bezeichnet. Die vom Yerf. versuchte Beweisführung aber scheint mir völlig unzureichend. Dass die Juden von Anfang an den christlichen Berichten über Jesum keinen Glauben geschenkt und von dem Augenblicke an, wo das Christentum sich in bewussten Gegensatz zum Judentum stellte, über den Stifter der christlichen Kirche nur abfällig und höchst unglimpflich sich ausgesprochen haben, bedarf keines Beweises, ist aber zum Ueberflusse aus einigen Aussprüchen im Talmud und Midrasch erwiesen. Yon einer Bekanntschaft des Talmud mit TJ kann aber nicht die Rede sein. Auch in den aus Tertullian vom Yerf. S. 3 angeführten jüdischgegnerischen Behauptungen über Jesum vermag ich ״den ganzen Inhalt“ des Toldoth nicht wiederzuerkennen. Dass Jesus der Sohn des Zimmermanns und der Dirne genannt wird, ist im Munde der damaligen Juden durchaus natürlich und es braucht nicht erst aus irgend einer

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