Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VI (1902)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1902)
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 95 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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9§ haben zugericht — werdt jr in disem buchlein verston — was den schalkhafftigen Juden ist worden zu Ion. [s. 1. e. a.; darunter ein grosser Holz* schnitt, 2 Engel ein Sacramenthäuschen haltend] besitzt die Frankfurter Stadtbibliothek; letztere aus Gust. Freytags Bibliothek. 2) Fr. Bachmann, ״Die landeskundliche Literatur über die Grossherzogtümer Mecklenburg“, Güstrow 1889, gibt S.34lf. eine ziemlich vollständige bibliographische Zusammenstellung der Flugschriften und Abhandlungen über die Stemberger Blutaffaire, die durch die in Stern’s ״Quellenkunde zur Geschichte der deutschen Juden“, Kiel 1892, genannten Aufsätze in Zeitschriften ergänzt werden könnte. Die bei Bachmann verzeichneten Titel der Flugschriften sind vielfach ungenau; zwei von ihnen sind nach Ad. Hofmeister’s Angaben in ״Jahrbücher d. Vereins f. mecklenburgische Geschichte“ 45 Jahrg. S. 200 f. zu berichtigen (vgl. auch Steinschneider in der ״Monatsschrift“ 1895 S 238, und Geiger in Zeitschrift f. d. G. d. J. i. D. S. 309 ff.) Den neuhochdeutschen Druck (Hain 9466), den Hofmeister als Unicum der Universitäts-Bibliothek zu Basel bezeichnet (ibid. 201), besitzt auch die Frankfurter Stadtbibliothek. 3) Ueber die Märtyrer der Mark handelt ausser den bei Stern a. a. O. genannten Zeitschriftenartikeln nobh Berliner s ״Magazin“, 18. Jahrg. S 48 ff. und Zeitschr. f. d. G. d. J. i. D. I, 196. Ausführlicher ist Geiger a. a. 0. II. S. 312 ff. Weller’s Repertitorium typographicum (1500—1526) nennt nr. 563—65 drei im Jahre 1510 gedruckte Flugsehriften9 von denen nr. 563 mit der in Panzer’s ״Annalen der älteren deutschen Litteratur (bis 1520)“ hr. 696 aufgeführten übereinstimmt Diesen Druck, der als einer der ersten typographischen Erzeugnisse Berlins gilt, versucht Friedländer in Ledeburs Archiv IX pi 3 als in Frankfurt a. d. 0. entstanden zu bezeichnen. Ihn besitzt die Frankfurter Stadtbibliothek. 4) Am 21. Mai 1529 verbrannte man die Juden in Pösing. Ueber die Märtyrer handelt האסיף VI, 133, Kaufmann in der Monatsschrift 38 p. 426 f. u. F. H. Wetzstein in seinen דברים עתיקים, Krakau 1900. Eine Flugschrift erwähnt schon Zunz S. P. p. 54, deren genauerer Titel nach Graesses Tresor (Supplement) s. v. Geschieht hier angegeben sei: Ain erschrockenlich geschieht vnd Mordt so von den־ Juden zu Pösing ain Marckht in.Hungern an ainem Neunjär. Knäblein begangen, darumb in die Dreysig. Juden verprennt worden sind s. 1. e a. 4°. (Mit 2 Holzschnitten.) Der Pismon, שלש עשרה מדות genannt, enthält eine Strophe, die höchst auffallend ist. Sie lautet: ... מדת הרחמים עלינו התגלגלי ולפני קובך חחבחנו הפילי. Die Barmherzigkeit wird hier personificiert und quasi als für sich bestehend, unabhängig von Gott, dargestellt. Etwas Aehnliches aber findet man schon im Midrasch zu den Proverbien. Die Stelle lautet: עמדה שכינה לפני הקב״ה ואמרה לפניו רבוין העולמים . .; (ibid. 22, 28). Vielleicht gehört auch hierher-die Stelle inPesikta r. (ed.Fr.S. 12a), die folgendermassen lautet: .. .אמר הקב״ה לרוח הקדש . . .. Vgl. indess hierzu Tanchuma zu Gen. 48,8. Für jeden Fall aber scheinen mir die Correcturen, die in unserer Piutstelle vorgenommen worden, nicht zutreffend zu sein. Unser Piüt deckt sich vollkommen mit jener Midraschstelle. Dr. Grünhut Berichtigung: Herr Dr. Kayserling (Budapest) belehrt uns durch Postkarte vom 6. April 1902, dass in seiner ״Geschichte der Juden in Portugal“ S. 147 Note 1 der von uns oben S. 30 gegebene Titel bibliographisch genau zu finden ist, und dass er nicht, wie wir annahmen, den Abdruck von G. Heine benutzt hätte.