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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1902-02-01 · 2 (März-April 1902) · p. Seite 60

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VI (1902)
Issue
2 (März-April 1902)
Date
1902-02-01
Page
Seite 60 (sequence 28)
Language
German
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60 10. Natan Bonn, Verf. des שכחת הלקט, war aas Frankfurt; mit diesem Worte endet seine Vorrede, weshalb ich im Bodl. Catal. p. 2034 vermutete, dass man daher einen Frankfurter Druck v. J. 1652 angebe (Sabbatai u. And., auch in Catal. Kauffmann 34 n. 2907). ln der Hauptsache bin ich noch jetzt dieser Ansicht, nachdem mir 2 Drucke der k. Bibliothek vorgelegt worden, wovon einer leider unvollständig ist, so dass ich eine Ergänzung von Seiten des Herrn Dr. Freimann erbat, der ein Expl. der Frankfurter Bibliothek vergleichen konnte. Der erste Druck ist offenbar derjenige, der den Druckort Prag, die Drucker-Söhne des Jakob Bak, zuletzt den פועל Jehuda b. Isack Pisk angiebt; die letzte Seite fällt eine Mitteilung Natan’s, überschrieben: אמי הסדסיס. Dieser Druck füllt nur 20 Bl. ohne eigentliche Pagination, die 10 Lagen oder Hefte von 2 Bl. sind א bis י gezählt. Das Chronost. auf dem Titelbl. ...שנת בית ישראל לכו ist nachgedruckt in Ed. s. 1. e. a., welche ich im B. C. für die Prager hielt. Ihre Lettern sind grösser, die Lage י״א ist die letzte des Berl. Exemplars, die letzte Seite entspricht Bl. 14 Col. 1 des Prager Drucks (משה ודורו), das Uebrige fehlt. Nach Mitteilung des Hm. Dr. Fr. fehlen 10 Bl., die Einfassung des Titels weist nach Frankfurt (so Zedner S. 608). Das Datum נית ist also unsicher Wir haben hier höchst wahrscheinlich einen illegitimen Nachdruck, der beachtenswert ist. 11. Spottnamen der Juden-Gemeinden. Dessauer standen im Huf von unehrlichen Leuten. Bei M. Freudenthal in Gedenkb. Kaufmann S. 595 heisst es: ״sie stecken andere[r] Leuten Sachen in ihre Säcken“. Der jüdische Witz, den ich nur aus mündlicher Mitteilung (aus der ersten Hälfte des 19. Jahrh.) kenne, bezeichnete jenen Ruf durch folgende drastische Sentenz: ״ln Dessau gebt man mit Leitern auf קבר אנוח“ — nämlich zum Galgen, wo die Diebe gehängt werden. Hierbei erinnere ich mich, dass auch verschiedene Gemeinden in Mähren u. Böhmen einander mit komischen Namen belegten; Boskowitzer Lahm (Lehm)-Köpf, Nikolsburger Nascher1) — weil man den Ortsnamen נ״ש abbrevirte, — Leipnicker ״essen Kneidlach mit Peitschwasser“. Leipnick liegt an der Petsch, die Juden dort sprachen das e wie die dort zum Olmützer Viehmarkt wöchentlich weilenden Polaken ei aus; Prossnitzor heissen גנבים; ich kann aber bezeugen, dass die Marktdiebe, welche gegenüber von meinem väterlichen Hause wohnten und mitunter von dort eingesperrt wurden, nicht Ortsängehörige waren. Prager heissen Narren — sie selbt hielten sich sehr hoch, wie ich nach siebenjährigem Aufent- J) Der Familienname entstand in derselben Weise, obwohl er in neuester Zeit durch einen Accent auf e gallifieiert worden ist.

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