Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VI (1902)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Aberglaube“, ZfHB. IV,145י Kenntnis zu haben). Publicistische Artikel liefern: S. L. Zitron (לחנוך העם), J. Klausner (השתלמות שכלית והכרה מוסרית), A. 8. Friedberg (זכרונות), Mardochai b. Hillel Mkohen (נחלה מבוהלת), M. J. Berdiczewski (דור דור, eine Würdigung der Schriftsteller M. L. Lilienblum u. D. Frischmann), S. Bentfeld (יום היהודים, über den von Prof. Philippson geplanten ״Judentag u in Deutschland); hierher sind wohl auch zu zählen M. L. Lilienblum's שיחת רוחות und J. Gh. Tawjew's על פחחו של גיהנם — merkwürdiger Weise lassen diese beiden hervorragenden Publicisten in der Unterwelt berathen und urteilen über jene grossen Probleme, die heute die national gesinnte Judenheit in Athem halten. Lilienblum besonders entledigt sich seiner Aufgabe mit viel Geist und verrät eine ausserordentliche Belesenheit nicht allein im rabbinischen Schrifttum, sondern auch in kabbalistischen Werken. Novellen u. kleinere Erzählungen sind geboten von J. Bersadski (הוא היה כהן und לא יצא לפועל), M. D. Brandstätter (ר׳ אברהם בן נחום מכפר מבאוביץ), M. J. Berdiczewski (שתי שנים ומחצה), S. Ben-Zion (משי), A. Singer (הנחמה האחרונה), A. S. Babinowitsch (חג וחגא), S. Steinberg (זכרונות/ במה u. היפרכוס ומלך), A. Ludivipol (עלה נופל) — man sieht: die besten Namen, die die neuhebr. Literatur aufweist. Im Allgemeinen zeigt sich in den literarischen Beiträgen ein Zug der Mässigkeit, d. 11. der Einfluss Achad Ha‘am’s macht sich bemerkbar, der Einfluss U. Ginzberg’s, der der Redaction nicht fernstehen dürfte. Nicht allein der gewaltige Stürmer von ehedem, Lilienblum, hat sich auf ruhigere f Bahnen begeben — seine Rückkehr ist nicht von heute; aber auch Berdiczewski ist etwas massiger geworden. Hingegen hat Berufeld in dem Aufsatze יום היהודים die Objectivität, die er trotz seines eigenen Standpunktes oft an den Tag legt, verleugnet. Es ist nicht billig die Sache so'darzustellen, als hätten sich die ,Orthodoxen“ über das Nichtzustandekommen eines Judentages gefreut,‘ weil so die Gefahr beseitigt sei, dass das Judentum zu neuem Leben erwachen könnte. So weit wir informiert sind, hat Überhaupt der religiöse Standpunkt in der ganzen Angelegenheit hur eine untergeordnete Rolle gespielt. Uebrigens hat erst jüngst in einer Versammlung des Verbandes der Rabbiner Oberschlesiens ein Rabbiner orthodoxer Richtung in sehr Vfantkeü Worten für den ״Judentag* Stellung genommon. — Den Ratender eröffnet ein mit אגרת überschriebenes Gedicht, das geradezu meisterhaft zu nennen ist. Weitere Gedichte von Gh. N. Bialik, A. Hoppenstein, J. L. Baruchomtz, M. M. Rurwitz, 2). Frischmann, J. Kaplan, M. M. DolijzM, Jakob Cohen, J.L. Gofdon, H. Alatinund Dr. Söller gehören zu dein Lesenswertesten, was die hebr. Muse der Gegenwart hervorgebracht Es sind in dem* reichhaltigen Buche ferner enthalten: עוקצים ופרי מחשבות, Gedankensplitter von S. Ben-Ziön, und die Biographien von Zacharias Frankel (von ’S. Bernfeld)', M. Friedmann (von jß. Brainin), Elasar Schulmann (von einem Anonymus), J. L. Perez (von J. Gh. Zagarodski) und J. J. Weissberg (von einem Anonymus), endlich zusammenfassende Darstellungen der Ereignisse des Jahres (מראשית השנה עד אחרית השנה u. כרוניקה עברית), ein Verzeichniss der. im Laufe des Jahres verstorbenen, hervorragenden Männer in Israel (הזכרת נשמות) und eine bibliographische Uebersicht. Den Biogräphien sind die Bildnisse der Männer, deren Lebensgeschichte uns vorgeführt wird, beigegeben, ausserdem enthält/ der Kalender die Bildnisse von Prof. M. Philippson, Dr. J. Singer (Redacteur der ״Jew. Ehcyclopedia“), Moses *Montefiöre (in der Jugend und im Alter) und eine Tafel: Juden in China (genauer: chinesische Juden).— B—y.]