Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- V (1901)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1901)
- Date
- 1901-11-01
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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164 sein scheint. Wir verdanken dem Verf. bereits eine grössere Anzahl Spezialuntersuchungen zur jüd. -polnischen Gelehrtenu. Literargeschichte, denen sich vorliegende würdig anreiht. Wir heben hier hervor, dass ein gut gearbeiteter Index das Nachschlagen und dadurch eine bessere Benutzung des Büchleius erleichtert. Im einzelnen sei bemerkt: p. 10 Anm. 20. Abrah. Meiseis appr. die נ״ך Ausgabe Cracau 1595 (St. C. B. nr. BIO), p. 11: Ascher Selig Horwitz’s Deraschot sind dem דרך היים von Chajjim Lipschütz, Sulzbach 1702, beigedruckt, p. 19: Mendel aus Zolkiew approbiert 1. Tammus 1786 das Buch מהימנא an, Lemberg 1791.] GALANTIי S., בניות ברמה, Vorträge und Glossen zu den Pirke Aboth, 2 Tie. Warschau 1898, 174, (2) Bll. 4°. M. 2,50. [Das Buch erschien zum ersten Male Lemberg 1801.] KAHANA, A., רבי ישראל בעל שם טוב, Leben und Wirken des Beseht. Szitomir 1900, IV und 117 S. 8°. [Der rührige russische Schriftsteller, der, wie er in der Vorrede bemerkt, in seinen Jünglingsjahren selbst Teil nahm an dem Lehen der Chasidim, liefert in dieser seiner neuesten Schrift eine vorzügliche Biographie des Begründers des Chasidismus. Hiebei dienten ihm als Quellen ausser den in Polen und Russland erschienenen biographischen Werken einige, nur an Ort und Stelle zugängliche Schriften und Briefe in Privatbesitz, so dass die Biographie R. Israel’s als vollständig bezeichnet werden kann. Anders steht es mit dem Urteil über die cultürhistorische Bedeutung der von R. Israel inaugurirten Bewegung. ז Es ist zu bedauern, dass K. hierbei die Schriften von Autoren wie L. Löw (Vergangenheit und Gegenwart der Chasidäer, Ges Sehr. II) und von S. Schechter (Studies in Judaism, London 1896, s. die Literatur in der ersten Note) nicht Vorlagen. Auch Zangwil, Dreamer of the ‘Ghetto, hätte dem Verfasser nützliche Gesichtspunkte geliefert. Die .‘Bedeutung R. Israel’s liegt nicht in seiner Eigenschaft als Wunder- "N’ tbäter — ’ otizwar das mit zur Begründung seiner Secte beitrug —?י'' ‘sondern iff seinen Lehren und in der Reformierung des rabbinischen Judentums. Chasidim und ״Männer des guten Namens“ gab es vor und "neben R. Israel, wie K. selbst angiebt, in Menge, aber sie lehrten nicht, sondern glänzten nur als Heilige, und darum verlor sich auch ihre Wirksamkeit. Das erklärt auch, warum von einer plötzlichen Revelation bei R. Israel nicht die Rede*sein kann; nicht die Eigenart des jüdischen ״Epos“ (S. 56) macht das, sondern die langsame Reife desjenigen, der als Lehrer auftreten will. Dass sich R. Israel zu seinem sich selbst suggerierten Berufe gründlich vorbereitete, ist einer der schönsten Züge dieses ausserordentlichen Mannes; der Gedanke der Verinnerlichung des Judentums ist in ihm durch jahrzehntelange Einsamkeit gereift. Als Sectenstifter kann er nicht gelten, denn trotz seines Antagonismus gegen das moderne Rabbinentum hielt er die Traditionslehre als unentbehrlich für das Judentum, ein Gedanke, der besser gewürdigt zu werden verdient. Sonst erstreckt , sich die inhaltreiche Schrift K’s auf sämmtliche Seiten des behandelten Themas, und es fehlt der Darstellung weder die Genauigkeit und der kritische Sinn, noch die systematische Anordnung, nur die hochmoderne hebräische Sprache will uns nicht behagen; hierzulande ist man an eine schlichtere Ausdrucksweise gewöhnt. — Samuel Krams.]