Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- V (1901)
- Issue
- 4 (Juli-August 1901)
- Date
- 1901-07-01
- Page
- Seite 114 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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114 er stammte aus Hainsfarth bei Oettingen. Wertvoll ist das Buch als Beitrag zur Geschichte der Emanzipation der Juden u. durch seine ansprechende Darstellungsweise wird es nicht nur den Forscher, sondern auch den Laien fesseln.] JACOBSON, M., Bischlömäh schel malküth. Reden über des Staates Führer, Dinge und Fragen. Breslau, Wilhelm Jacobsohn & Co., 1900. 120 S. 8°. M. 1 50. [14 patriotische und politische Reden, welche den jeweiligen Anlass vom religiösen Gesichtspunkte aus trefflich beleuchten. Gedankenreicher Inhalt und Empfindungswärme sind den meisten eigen. Manche sind schon durch den eigenartigen Stoff bemerkenswerth und originell, wie Nr. 9: ,Die gleichgestellte Uhr hält im Geleise“, zur Einführung der mitteleuropäischen Zeit, und Nr. 11 mit dem verfänglichen Titel: ״Des Meeres und der Liebe Wellen“, zur Eröffnung des Nord-Ostseekanals. Ueberschriften, wie Nr. 8: ״Die politische Mazzäh“, und Nr. 18: ״Der nichtsedömitische Krautgärtner“ erscheinen zwar recht seltsam und wunderlich, aber die glücklich gewählten Texte und die geschickte Handhabung der agadischen Auslegung sind durchaus anerkennenswert. Sprachform und Ausdrucksweise sind in den 14 Reden überaus mannigfaltig und reich an Abwechslung. Die einen sind klar und kernig, harmonisch abgerundet, wie aus einem Gusse. Andere wiederum muten uns so fremdartig an, weil hier eine Sprachform, die fast schon veraltet zu sein schien, zu neuem Leben wiedererwacht. In einzelnen Stücken aber ist die Darstellung eine so spröde und schwerfällige, dass der Stimmungszauber in ein leises Frösteln sich auflöst. Nur einige Musterbeispiele als Illustration. Ein Midraschwort, ״dessen in räthselhafte Form gekleidete tiefe Bedeutung alle Gegner dieses grossartigen Schriftwerkes vor der vorschnellen Verdammung auf den ersten Blick merkwürdiger Aussprüche desselben warnen muss“ (4).. — ״Der Tugend herrscht ein König, und er steht da unter den Fürsten, die der Pflicht regieren“ (17\ — ״Zu gährerischen Zwecken nicht missbrauchen“; demjenigen huldigen, ״auf den sein himmlischer Glanz abgestrahlt ist“ (19). — ״Von unwankender Festigkeit erfüllt“ (27). — ״Die Begeisterung verinnigen“ (35). — ״ תניחני לעשקיlass mich nicht denen, die mein Recht verkümmern wollen“ (36). — ״Die Begriffsüberlegenheit des Königs“ (37). — Wir ״beseligen uns an den Huldigungen“ (38). — ״Die Gesammtaaslassung seines Geistes“ (45). ״Die unwillkürliche Ausgabe seines Innern“ (47). -־ ״Und 'wer dort hingekommen war [zum historischen Eckfenster ״Unter den Linden“] mit müdem, verdorrtem Gemüthe, wurde von dem milden Wohlwollen, das da durch die Scheiben schien, erfrischt und ermuntert, und die Trockenheit ward ihm vertilget aus der Seele (47). — ״Um Zuneigung zu er täuschen“ (48). — ״Von Bangigkeit war unsere Brust befallen“ (53). — Des Dichters Geist ״huscht“ über die Beete in Germaniens grossem Garten (54). — ״Sie [unsere Ahnen] vermochten, und 0, wie sehr, zu leiden“ (63). ״ ־־־Dann werden wir ähneln“ (86). — ״Wer die Menschen religiös entgläubigt“ (114). — Die bei der Centenarfeier für Kaiser Wilhelm I. gehaltene Rede zeichnet sich durch besonders schwungvolle Diction aus und ist von glihender Begeisterung durchweht. In hochpoetischem Rhythmus erklimmt der Redner den höchsten Gipfel der Verzückung, wo nichts Irdisches mehr kreucht und fleucht; da ahnt er aber auch nicht mehr, wie ernüchternd die feierliche Schlussapostrophe wirken musste: ״Wilhelm, unser