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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1901-07-01 · 4 (Juli-August 1901) · p. Seite 112

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
V (1901)
Issue
4 (Juli-August 1901)
Date
1901-07-01
Page
Seite 112 (sequence 16)
Language
German
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m und manches in den Kreis seiner Betrachtungen einzubeziehen, was strenge genommen nicht zur Medizin gehört, wie zahlreiche Schilderungen von Sitten und Gebräuchen mehr religiöser oder nationaler Art. Dagegen hätte die Nahrungsmittellehre und die Speisegesetzgebung eine eingehendere Bearbeitung verdient. Im übrigen finden sich alle Fragen der Gesundheitslehre, der Anatomie, Physiologie, der Medizin, Chirurgie, der Geburt&hülie, soweit sie in den biblischen Urkunden zur Besprechung gelangen, mehr oder minder eingehend analysiert. Die Ausbeute für die Anatomie ist sehr dürftig, cs ist kein Anhaltspunkt vorhanden, dass die alten Hebräer auch nur die elementarsten Kenntnisse auf diesem Gebiete besassen, was um so naheliegender ist, als jede Leichensektion aufs strengste verpönt war. Das Wort * Gehirn“ ist, wie Ebstein hervorhebt, überhaupt nicht erwähnt, ebenso das Wort ״Lunge״ oder ״Milz״, Organe, welcher bei den Speisegesetzen doch hätte gedacht werden können. Um auf einige Details der interessanten Arbeit einzugehen, so hält es Ebstein bei dem biblischen Aussatz, den er sehr eingehend unter kritischer Würdigung der von den medizinischen Autoren geäusserten Ansichten behandelt, für wahrscheinlich, dass es sich bei ihm überhaupt nicht um eine ein’ heitliche Krankheit gehandelt hat, sondern nur einen Sammelnamen für eine Reihe verschiedener Krankheitsprozesse, die nichts als eine Reihe von Aehnlichkeiten mit einander gemein haben, in ihrem Wesen und in ihren Ursachen aber durchaus verschieden sind. Schwer zu definieren ist auch die Krankheit Hiobs; Ebstein meint, wir sollen uns hüten, die Phantasie des Dichters in ihrem höchsten Fluge in das Schema einer klinischen Terminologie hineinzuzwängen. Bei der Krankheit des Antiochus (2. Buch der Maccabäer Cap. 9.) denkt Ebstein am ersten an eine Art von Unterleibkolik, sei es Darm- Leber- oder Nierenkolik, in der II. Periode seiner Krankheit scheint es sich wahrscheinlich um einen Bruch der Wirbelsäule gehandelt zu haben. Sehr verbreitet scheinen schon bei den alten Hebräern die Geisteskrankheiten gewesen zu sein; dieser Hinweis unseres Autors ist im Hinblick auf die notorische starke Beteiligung der Juden an psychischen Erkrankungen, wie sie die Statistik in der Gegenwart nachweist, nicht ohne Interesse. Saul übrigens scheint nicht in Melancholie den Tod gesucht zu haben, sondern die Furcht vor Schande war das treibende Motiv. Noch eines Hinweises, der eine gewisse Actualität besitzt׳, sei hier gedacht. Zu den modernen Heilmitteln gehört bekanntlich die Organtherapie, und Ebstein will die Notiz in dem Buche Tobit, 6. Capitel Vers 7 u. 8, wo die Räucherung von Organen des Fisches als sicheres Heilmittel bei gewissen Gemüthsstörungen empfohlen wird, als älteste Mitteilung über die Organtherapie angesehen wissen. Leider verbietet der Raum, auf weitere Einzelheiten dieser interessanten Arbeit einzugehen, wir müssen die Leser auf das Orginal verweisen. Der Bibelforscher wird es gewiss nicht aus der Hand legen, ohne mannigfaltige Anregung genossen zu haben. — Dr. med. W. Hanauer ־— Frankfurt a. M.] ELHOEST, H. J., De profetie van Amos. Leiden, Brill, 1899. VilJ, 171 S. 8°. F. 2,40. ETTLJNGER, JAKOB, Abhandlungen u. Reden. Herausg. von L. M. Bamberger. I. Schildberg 1899. 61 S. 8°.

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