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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1901-05-01 · 3 (Mai-Juni 1901) · p. Seite 80

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
V (1901)
Issue
3 (Mai-Juni 1901)
Date
1901-05-01
Page
Seite 80 (sequence 16)
Language
German
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. wird, der Name Ephraim so überaus klar als' Einkleidung erscheint. Und drittens endlich: Der Vf. ist in der Exegese vieler Stellen, in denen er selbstständig auftritt, so subjektiv und kühn, dass man ihm nicht folgen kann. Das macht sich vor allem dort störend bemerkbar, wo die Vorgänger annehmbare und allgemein angenommene Erklärungen bieten. Jede Exegese schwieriger Stellen ist mehr oder weniger subjektiv und Exegese treiben heisst hier nichts Anderes als Erklärungs- . versuche dem Urteil der Fachmänner unterbreiten. Doch herrscht ein consensus omnium, wie weit man gehen darf, ohne der Sprache Gewalt anzuthun. Diese allgemein anerkannte Grenze hat der Vf. oft überschritten. Nur zwei Beispiele zur Erläuterung: Zeph. 3, הוי מוראה ״ ונגאלה העיר היונהWeh, sie ist gemästet worden und glaubt sich erlöst, die taubeneinfältige Stadt!“ Von allem anderen abgesehen, wie dürfen die Worte ״glaubt sich״ ohne Weiteres in den Text hineingesetzt werden? Und Hos. 8,10 ״ גם כי יתנו בגוים עתה אקבצם וגו׳Auch wenn sie unter den Völkern (die mündliche Lehre) lernen würden, in demselben Augenblick würde ich sie wieder sammeln“ u. s. w. Alle Versuche, diese Erklärung aus dem Zusammenhang zu begründen, die schönsten Gedanken werden den Leser über die Unbegreiflichkeit * nicht hinwegheben, dass das Wort יתנו diese Bedeutung haben soll, nachdem der Vf. drei Worte vorher אפרים התנו אהבים übersetzt hat: und Ephraim hatte doch Ereundschaftsbezeugungen ausbedungen. Unter diesen exegetischen Eigenheiten leidet dann auch die Uebersetzung. Wo der Vf. sich frei bewegt, da ist überall die Sprache der Uebersetzung vornehm und edel. Wenn aber auf Grund der Bedenken, die wir gegen die Methode der Exegese geäussert haben, dem wissenschaftlichen Leser der Gedanke aufsteigen sollte, aus diesem Buche keine Bereicherung seines exegetischen Wissens gewinnen zu können, so würden wir das bedauern. Denn auch dem Fachmann wird es an unzähligen Stellen mannigfache Anregung geben. Wirken und zünden aber wird das Buch in den Herzen derer, die, in altjüdischem Geistesleben aufgewachsen, sich noch nicht eingehend mit dem Prophetenwort beschäftigt haben. Wer mit Betrübnis wahrnimmt, wie die Worte der Bibel zerfetzt und zerrissen werden und die Ergebnisse der radikalsten Bibelkritik in allen Formen popularisiert werden, der wird es mit Freude begrüssen, dass uns der Vf. ein Buch gegeben, das seiner Wirkung auf jeden Juden von Gefühl sicher sein darf. Und so schliessen wir denn mit dem Ausdruck des Schmerzes, dass es dem Vf. nicht vergönnt war, noch andere Früchte seines begeisterten und begeisternden Bibelunterrichts uns zu hinterlassen. — Br. 3. Wolilgemuth.] HUMMELAUER, F., Le recit de la creation, Trad. de l’allemand par Eck, Paris, Lethellieux, 1898. 8°. Fr. 3.— JEW1SH COLONIAL ASSOCIATION. Report of the Central aäministration to the Council of administration for the year 1898. London 1899. 48 S. 8°. JUBELWORTE. Eine Sammlung patriotischer Casualreden. Nebst einer Festpredigt von D. Löwy und einem Gebete von N. Ehrenfeld. Anlässlich des 50jährigen Regierungsjubiläums Sr. Maj. des Kaisers Franz Josef I. herausg. und versehen mit einer Skizze ״Königstreue u. Judentum*4 v. Jakob Brandeis. Prag, J. B. Brandeis, 1898, 119 S. 8°. M. 1.40.

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