Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- V (1901)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1901)
- Date
- 1901-05-01
- Page
- Seite 78 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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78 Brief Luzzatto’s (mit einem Facsimile\ S. 333—336; Alexander, Bern., Ueber Kalman Velenczei (Vortrag), S. 337—368. S. 371—440 enthalten Vereinsnachrichten, Mitgliederverzeichnis (die Gesellschaft zählt 695 Mitglieder), den jüd. Kalender für 1901 und das Inhaltsverzeichnis. Ist auch der wissenschaftliche bezw. belletristische Wert*der mannigfaltigen Aufsätze, wie dies in der Natur der Sache liegt, nicht gleich, so gehört dennoch auch dieser Band des Jahrbuches, wie die ihm vorangegangenen, zu den vornehmsten Sammlungen* populärer Abhandlungen, die die neuere jüd. Literatur in den nichthebr. Sprachen aufweist. — B—y ] GRUENEISEN, CARL, Der Ahnencultus und die ürreligion Israels. Halle, Niemeyer, 1899. XV, 287 S. 8°.־ M. 6.— GUEDEMANN, MOR., Das Judentum und die bildenden Künste: 2. Jahresb. der Gesellsch. f. Samml. u. Conserv. von kunst.- hist. Denkm. d. Judent. [Wien 1898.] HIRSCH, M., Die 12 Propheten übersetzt und erläutert. Frankfurt a. M., A. J. Hoffmann, 1900. 536 S. 8°. [Der Yf. war sicher der bedeutendste Interpret der Gedankenwelt seines Yaters. Er war es, weil er die Gedanken, die Andere in der Sprache des Meisters nachlallten, sich völlig zu eigen gemacht und aus sich selbst heraus ein Gewand für sie schuf, das ihnen auch wirklich sass und in seiner Anmut die Herzen hezwang. Diesen Eindruck gewinnt man aus den Schriften, Aufsätzen und Vorträgen des Verfassers, von diesem Eindruck wissen viele Schülergenerationen zu erzählen und er wird bestätigt durch das vorliegende Werk. Und nicht nur den kühnen Gedankenflug weiss er zu nehmen, auch eine andere Fähigkeit seines Vaters hat er geerbt, den Weisen des Midrasch gleich, sich in das Bibelwort zu vertiefen und aus den geringfügigsten Abweichungen im Wortlaut bedeutsame Hinweise, feinsinnige Bemerkungen, Bereicherangen des Gedankens hervorzuzaubern. Im Rahmen einer Besprechung ist es nicht möglich ein Buch zu würdigen, dessen Bedeutung nicht zum mindesten auf der formalen Art der Behandlung des Stoffes beruht. Doch sei besonders auf die Einleitungen zu den einzelnen Propheten hingewiesen, die zum überwiegenden Teile Kabinettsstücke künstlerischer Darstellung sind. Der Vf. hat hier einen schwierigeren Stand als die Exegeten der neuen bibelkritischen Richtung, die in den einzelnen Propheten Glieder einer Entwickelung sehen, die Entstehung der Religion Israels aus der Geschichte des Prophetismas ablesen. Wer mit dem Vf. in den Propheten die Verkünder der einen göttlichen Offenbarung anerkennt, die ihnen in der Gesamtheit ihrer Lehren bekannt war, auf die sie sich beriefen, wenn sie einem abtrünnigen Volke das Wort G.’s kündeten, dem wird es nicht so leicht werden, die Individualitäten der einzelnen Propheten zu charakterisieren, sie in ihren Besonderheiten zu schildern. Der uns zugemessene Raum gestattet es uns leider nicht, Proben aus diesen Einleitungen zu geben. Bei aller Bewunderung nun, die wir der Begeisterung und der Darstellungskraft des Vfs. zollen, wollen wir mit den Bedenken gegen die Methode nicht zurückhalten, die der Vf. hei seiner Exegese angewandt. Selbst wenn wir ihm auf seinen Standpunkt folgen, von dem aus er die nichtjüdische Exegese ignoriert, so ist eine Thatsache nicht ausser Acht zu lassen. Ein Fortschritt in der jüdischen Exegese ist immer dann zu verzeichnen gewesen, wenn eine klare Einsicht in die Unterscheidung zwischen פשט