Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IV (1900)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1900)
- Date
- 1900-09-01
- Page
- Seite 142 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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142 KITTEL, RUD., Profetie und Weissagung. Vortrag. Leipzig, Hinrichs, 1899. 25 S. 8. — M. 0,50. KOHN, J., Die Geheimlehren des Judenthums. Predigt gehalten am Feste der Offenbarung (Schabuoth), den 3. Juni 1900. Krotoschin, Selbstverlag, [1900 ] 8 S- M. 0,50 LOEW, LEOP., Gesammelte Schriften. Herausgegeben von Immanuel Löw. V. Band. Szegedin, L. Engel, 1900. 2 Bl., 260 u. XXIV S. 8°. Mit dem Bildnisse Leop. Löw’sl [Der vorliegende [Schluss-]Band der gesammelten Schriften Löw’s wird durch eine ״Bibliographie der Schriften Leop. Löw’s■ ‘ eingeleitet, für deren Vollständigkeit der Name des Verfassers (Imm. Löw) bürgt. Es folgen dann: 1) ״Synagogale Altertümer, Plan und Cöllectaneen“, Rohmaterial, das umso wertvoller ist, als der gelehrte Herausgeber Vieles, was inzwischen erschienen ist, hinzugefügt hat. — 2) ״Nachträge und Berichtigungen“ zu Bnd. I—V; besonderen Wert haben die vom Verfasser herrührenden Beiträge zur Geschichte des Rabbineramtes und der Ordination; 3) ,,Briefe, 1841—1871“, es sind Briefe an L. (8en.) von D. L. Adler (Cassel), Jak. Auerbach, B. Beer, Gid. Brecher, Deila Torre, Jos. Derenbourg. Dukes, Ign. Einhorn (Staatssecretär Ed. Horn), Hirsch B. Passei, Zach. Frankel, Geiger, Grätz, M. Hess, Holdheim, Jellinek, Jost, Kompert, Kirchheim, Gebr. Kunewalder, Mannheimer, Dan. Pillitz, Mor. Rappoport, G. Salomon, Leop. Stein, Wolfg. Wessely, Wiener (Oppeln), A. A. Wolf, Zunz. Die Briefe sind geeignet, in hohem Masse das Interesse des Forschers in Anspruch zu nehmen; sie gewähren einen Einblick in die bewegte Zeit des »Reform«־ und »Cultur«־ kampfes; sie zeigen uns den Ernst, die Milde, das bedächtige und massvolle Vorgehen der Einen, das Stürmen und Drängen, die Ungeduld, den Fanatismus, das pfäffische Wesen der. Anderen; wie in einem Spiegel sehen wir in ihnen oft die Charakterbilder der grossen und kleinen Geister jener Zeit. Mit Wehmut erfüllt den Leser die Resignation Dukes* (S. 178), der ״zur Ueberzeugung gelangt ist, dass er genug über hebräische Lifcteratur geschrieben habe.“ ״Es ist nun zu Ende . . . Im heutigen Judentume ist nicht viel Geistiges. Man darf nicht viel geistiges Capital hinein legen, es bringt nur geistigen Ruin. ... Es ruhet allenthalben der Fluch auf allem Jüdisch-Litterarischen. Wenn ich einen Sohn hätte, würde er nicht über hebräische Litteratur schreiben.« Es müssen bittere Erfahrungen gewesen sein, die ‘splche Entschlüsse zur Folge hatten. In der That war Dukes für die wissen־ schaftliche Forschung tot, lange, bevor er einsam und verlassen in seiner Dachkammer in Wien die Augen für immer geschlossen. Schade! Hätte er doch nur einige Jahrzehnte noch geduldig weiter gearbeitet! Man hätte vielleicht zu seinem siebzigsten Geburtstage — Almosen für ihn gesammelt, und sicher wären nach seinem Tode die schönsten Nekrologe erschienen. . . . Damals freilich hatten Männer wie R. Kirchheim nur die weise Bemerkung: ״Man muss dem wirklich hungernden Literaten Manches — verzeihen“ (S.!92; 8. auch S. 199) ... Es ist zu bedauern, dass auch heute gar Mancher, der seine Feder der jüdischen Wissenschaft geweiht, aus den Zeitverhältnissen dieselben Consequenzen ziehen müsste, wie Dukes, und wohl auch ziehen würde, wenn er — die Kraft dazu hätte. — Der S. 187