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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1900-07-01 · 4 (Juli-August 1900) · p. Seite 108

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
IV (1900)
Issue
4 (Juli-August 1900)
Date
1900-07-01
Page
Seite 108 (sequence 12)
Language
German
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108 denn überhaupt noch die Kritik mit dem so spröden mässoretischen Text abquält? Wäre es da nicht für beide Teile besser, wenn die Exegese selbständig vorginge und sich auf eigene Faust einen Text zurechtlegte, der, wie aus den angeführten Beispielen hervorgeht, sicher nicht diese verdächtige ״Glätte“ zeigen würde? . . Wir haben die oben citierten Beispiele nur aufs Geratewohl und wie sie uns gerade in den Wurf kamen, gewählt. Wir könnten sie mit Leichtigkeit um’s Zehnfache vermehren. Aber es ist nicht nötig. Schon in der angeführten Anzahl beweisen sie mit unwiderleglicher Klarheit, dass die moderne Bibelkritik in eine verhängnisvolle Bahn einlenkt, auf der sie, wenn sie nicht rechtzeitig umkebrt, den Anspruch auf den Namen Kritik vollständig einbüssen wird; dass sie, trotz des ungeheuren Fleisses und des gewaltigen wissenschaftlichen Apparates, mit dem sie arbeitet, doch nur in einen blossen Sport ausgeartet ist, bei dem es weit mehr auf die eigene Equilibristik ankommt, als auf eine wirkliche Herstellung des Bibeltextes. J. F.] BUHL, F., Psalmerne, oversatte og fortolkede. Kjobenhavn, Gyldendal, 1899. 8°. DUENNER, J. H., Leerredenen . . . gedurende het Zomersemester 5659—60. III Bündel. Amsterdam, van Creveld en Co., 1899. 170 u. VII S. 8°.- [T. I erschien 1897 s. ZfhB. II pg. 170; T. II. (146 S.) 1898.] FREUDENTHAL, M., Aus der Heimat Mendelssohns. Moses Benjamin Wulff und seine Familie, die Nachkommen des Moses Isserles. Berlin, F. E. Lederer, 1900., VIII, 304 S. 3. Lichtdr u. 1 Familien-Tafel. 8°. M. 5. [Der Verf. ist ausgewogen, um Nachforschungen über die Ahnen Moses Mendelssohns anzu stellen, der von sich behauptet, dass er von Moses Isserles abstamme. Das ist ihm nicht geglückt; aber er fand in Dessau, dem Geburtsort des grossen Denkers, eine andere Familie, die des Hoffactors Moses Benjamin Wulff, dessen auf und absteigender Stammbaum in eingehender Weise in 4 grossen Abschnitten entwickelt wird. Man hört von den Stammvätern dieser Familie, von Moses Isserles und Simon Wolf. Wichtigeres über die Nachkommen des Moses Isserles enthält aber erst Note I auf S. 279, die die Streitfrage über die Nachkommenschaft Dresels, der Tochter des M. I.’s und ihres Gatten Simcha Bonem recht kritisch untersucht. Der Verf verfolgt ferner die Zweige der Familie in Berlin, Halberstadt und Halle und 8chlies8t den ersten Abschnitt mit dem Streit des Berliner Hoffactors Jost Liebmann mit Moses Benjamin Wulff, dem zufolge Wulff Berlin verlassen musste und sich nach Dessau wandte. Zu S. 18 wäre zu bemerken, dass eine Tochter des Buben Fürst, mit Namen Ghanna, die Frau des gelehrten R. Henoch in Frankfurt a. M. war; sie stirbt dort 1719 (vgl. Fr. Grabschriften nr. 1722). Wulff wird Hofagent bei Johann Georg II., dem Vater des ״alten Dessauer“. Er erwirbt sich Verdienste um das Münzwesen des Landes und um die Einrichtung einer eigenen Post. Er kann schliesslich, durch die Gnade seines Fürsten unterstützt, über seinen Gegner in Berlin triumphieren, da er die Erlaubnis erhält, nach Berlin zurückzukehren. Den Höhepunkt seines Glückes erreicht Benjamin Wulff oder Moses Dessau, wie ihn seine Glaubensbrüder nannten, unter dem Fürsten Leopold, zu dem er in ein

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