Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IV (1900)
- Issue
- 2 (März-April 1900)
- Date
- 1900-03-01
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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sehen von A. Kaminka. Warschau, Ächiasaf, 1899. LX u. 538 12°. [Herr Dr. Armand Kaminka hat das Bedürfnis gefühlt, seinen wohlverdienten Ruf als oberflächlicher Literat von Neuem zu begründen. Das war zwar ganz überflüssig, aber wir hätten keinen Grund, uns darüber besonders aufzuhalten, wennK. zu diesem Zwecke ein eignen es Opus herausgegeben hätte. Es steht schliesslich jedermann das Recht zu, sich zu blamieren so gut er kann und so oft es ihm beliebt. Das Empörende an der Sache ist aber, dass sich K. diesmal den letzten Vertreter (oder wie K. sagt: den Begründer) der neuhebräischen Literatur, Charisi, zum Opfer ausersehen hat. Was sich K. leistet, streift an’s Unglaubliche, und es ist doppelt geboten, dieses Treiben einmal gründlich zu beleuchten, weil wir hier die neue Art sehen, wie aus der Not eine Tugend gemacht wird und die Unfähigkeit, eine ordentliche Arbeit zu liefern, sich als ein Streben darstellt, dem ״Volke“ eine ״Volksliteratur“ ohne ״Gelehrtenkram“ zu schaffen. Zunächst etwas Allgemeines: K. soll im Aufträge der ״Ächiasaf“ eine correcte Ausgabe des Tachkemoni nach Handschriften und ältern Drucken (עפ״י ב״י ומהדורות שונות) veränstalten. Er schmeichelt sich auch, diesen Auftrag vollführt zu haben: מוציאי המהדורא הזאת שלפנינו השתדלו בפעם הראשונה להבין דבר מתוקן כתבי היד (gesperrt!) נוסחא צרופה ומדוייקת מהפנים ע״ם שני /(I. |SD1?) שבבריטיש מוזעאום עם הערות של בקורת (Einleitung p. XLIX). Aber wie hat er das angestellt? Man sollte meinen, er hat nach den vorhandenen Drucken und den beiden Handschriften den Text berichtigt, alle alten, oft sinnstörenden Fehler beseitigt, auf manche Schwierigkeiten, die trotzdem geblieben sind, aufmerksam gemacht, und die weitern Varianten, oder wenigstens die wichtigsten derselben, im Anhänge gegeben, wenn schon wirklich wahr ist, was er sagt: אולם מפני סבות חצוניות לא הספיקו ההגהות והתקונים לבוא כלן בפנים ונערכו יחד בתור הוספה להספד (Einl. XLIX). Aber nichts von allem dem hat K. geleistet. Wenn alle Ausgaben keinen Heller taugen - die Edition Lagarde’s wird doch wohl correct sein! So calculierte Herr K., und erst nachdem der grösste Teil des Werkes ״druckfertig“ war, hat er bemerkt, dass נהפכה לי מהד, לאגארד למשענת הקנה הרצוץ (p. 467)! Eine Leichtfertigkeit, die nur noch von der Naivetät übertoffen wird, mit der dieses Geständnis abgelegt wird. Und so wird denn wieder ein entstellter Text gedruckt, während K. nach London reist, um Varianten zu sammeln! Und wie hat er dann die Handschriften benützt? Doch wohl gewissenhaft, um die Leser für den unverzeihlichen Leichtsinn zu entschädigen! Man höre was K. darüber sagt: אולם מתוך שני כה״י יחד בצרוף המהדורות העתיקות והערות חכמים תקותי שיצא הספר אשר לפנינו מתוקן לכה״ס לפי התכלית הראשית אשר לנו ... לא להגדיל תורת הנוסחאות לשמה למען יחידי סגולה ולהרבות בתלי תלים של קריין וכתיבין, ס׳א להפיץ בקרב העם את מבחר ספרי קדמונינו מנופים בנפת הבקרת לפי צרך תבנתם ומוגהים באור המדע . . . מטעם זה ... לא שעיתי אל ידוק המלים בחלק הפרוזא ... ולעמת זאת שקדתי לערוך את החרוזים על פי עיון בנוסחאותיהם השונות (p. 469). Wir wissen nun beiläufig, was wir zu erwarten haben: Eine Prosa, die verkrüppelt ist, aber Verse, ah, da werden wir unsere Freude haben! Und richtig: Die erste Hälfte unserer Ahnung ist Wahrheit geworden. Die alten Fehler sind geblieben, einige neue sind hinzugekommen — ein schöner Erfolg! Hier einige Pröbchen1): S. 20 Z. 1: יהוברו .1 יחובבו; das. Z. 9:;אחנה .1 אהנה ג) Druckfehler sind im folgenden nicht berücksichtigt.