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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1900-01-01 · 1. (Januar-Februar 1900) · p. Seite 8

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
IV (1900)
Issue
1. (Januar-Februar 1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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rudimentären Charakter als uralt und durchaus originell■ erscheinen, sondern auch durch ihre Uebereinstimmung mit entsprechenden Tongangen des katholischen Ritus. Die Möglichkeit, dass sich in die Gottesdienste des Urchristentums Melodien aus altjüdischer Zeit hinübergerettet haben, ist durchaus aufrecht zu erhalten, und wir hätten dann in dem zu allen Zeiten sorgfältig behüteten katholisch-liturgischen Gesang, sowie in der Synagogenmusik zwei getrennte Ströme vor uns, die beide auf einen Quell, die Gesangsart aus der Tempelzeit, zurückgehen. Eine wesentliche und hochbedeutsame Stütze erhält diese Meinung durch die neusten Forschungen Fleischner’s in seinen ״Neumenstudien“. Hier hat der christliche Musikgelehrte konstatiert, dass die älteste und originalste katholische Kirchenmelodie, die zu den Klageliedern Jeremia’s, ein uraltes musikalisches Prinzip darstellt, welches die ersten Christen aus den Gebetsver- Sammlungen der Juden herübergenommen haben! Es lässt sich nun nachweisen, dass diese rezitativartige Tonweise in ihrem ganzen melodiösen Gehalt, sowie in ihrem schematischen Aufbau heute noch als Gesangsart zu zahllosen Rezitativen namentlich in dem Ritus Süddeutschlands in Gebrauch ist. Oft erscheint sie variirt und weitergebildet, aber der Grundcharakter ist stets unverkennbar vorhanden. Hier hätten wir unzweifelhaft Melodien vor uns, die nicht nur als uralt, sondern auch als jüdisch-original bezeichnet werden müssen. Es ist dabei beachtenswert, dass diese Melodien keinerlei charakteristisches Merkmal aufweisen, sondern alle in dem modernen, heiteren Dur stehen. In Wahrheit ist es nur ein scheinbares Dur; denn die alte lydische Tonart f-g—a—b— u. s. w. stimmt zufällig mit unserem Dur überein. — Von Einzelheiten in der vorl. Broschüre möchte ich nur hervorheben, dass B. in völlig überflüssiger Weise sich über den unwahren Charakter vieler jüdischen Melodien beklagt und als Beispiel hervorhebt, wie das Lied am Sabbatausgang . Ledowid boruch in einer lustigen Tanzmelodie gesungen werde, obwohl in ihm Textworte tiefernsten Inhalts Vorkommen (אדם להבל דמה etc.). Eine solche Kritisirung unserer Melodien hat keinen Sinn. Denn unsere Melodien geben stets nur ganz im Allgemeinen die Stimmung einer Gebetszeit wieder; sowie alle Volkslieder sog. Strophenlieder sind, in denen dieselbe Melodie auf jede Strophe wiederkebrt, obwohl der Gefühlsinhalt meist wechselt, so sind auch unsere Melodien Volksweisen, in denen die Melodie lediglich Trägerin der Allgemein- Stimmung ist. — Eigentümlich muten den jüdischen Leser (und Hörer) die Uebertragungen traditioneller Melodien auf deutsche Texte an. - .Rabbiner Br. Ackermann]. CHEYNE, T. K., Jewish religious life after the exile. (= American lectures on the history of religions. Ser. 3), London, Putnam, 1898. XXI, 270 S. 8°. DIBBUK, UNSER, Eine Festgabe zu dem fünfundzwanzigjährigen Jubiläum des Rabbiner-Seminars und dem XX. Stiftungsfest des seminaristischen Vereins Dibbuk-Chawerim, Teweth 5659 — December 1898. Berlin, H. Itzkowski, [1898:] XXVH u. 56 S. .8°. FRANKL-GRUEN, ADOLF, Geschichte der Juden in Kremsier mit

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