Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- III (1898)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1898)
- Date
- 1898-05-01
- Page
- Seite 78 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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78 sortileges et ven&fices, sentences et autodafäs, Texpulsion des Juifs, les proces ä la mort. Paris, Chamuel, 1897• 236 S. MOMIGLIANO, FEL., Migliorismo 0 pessimismo ebraico. Milan, bureau de la Critica Sociale, 1898. 20 S. [SA. aus *Critica Socialeי־ [.״ MÜLLER, P. J., De Godsleer der Middeleeuwsche Joden. Bydrage tot de leer aangaande God. Groningen, J.ß. Wolters, 1898.192 S. [Eine Schrift über mittelalterliche jüd. Religionsphilosophie aus der .Feder eines Nichtjuden gehört jedenfalls nicht zu den alltäglichen Erscheinungen, sicher nicht, wenn dieselbe aus Holland kommt. Professor Müller hat schon im Jahre 1884 über Saadja und seine Theologie und im Jahre 1888 über Gabirol und seine Theologie geschrieben (Theol. Stud. II u. VI), er giebt jetzt unter dem ziemlich anspruchsvollen Titel ״Die Theologie der mittelalterlichen Juden״ eine Schrift heraus, über die hier kurz berichtet werden soll. Die erste Abteilung (Seite 1—68) enthält nach einer kurzen Einleitung (1—3) eine kurze Geschichte der jüdischen Philosophie im Mittelalter (4—34). Nachdem der Verf. im ersten Paragraphen über das Studium der Philosophie bei den Arabern sich ausgelassen, von der er sagt, dass sie ״eine Pflanze auf fremdem Boden, die in der muhammedanischen Welt nicht Wurzel schiessen konnte״ — nach Al-Ghazzali im Osten und ibn Roschd im Westen ist die Philosophie spurlos verschwunden und hat der Qoran das Eeld behauptet — spricht er im § 2 von der Philosophie bei den Juden. Er weist kurz auf die Veranlassung hin, die Saadja — den ersten jüdischen Philosophen im Mittelälter — zu philosophischen Studien führte und auf seine Absicht ״das talmudische Judenthum gegen abweichende Lehrbegriffe zu vertheidigen.״ Sein Endziel ist ״Uebereinstimmung zu bringen zwischen Glauben und Wissen, Offenbarung und Denken.״ ״Wie er selbst fest überzeugt ist, dass die jüdische Religion göttlichen Ursprungs ist, so hoffte er Manchen für die Sache der Religion zu gewinnen, wenn er bewies,. dass die Lehre des Judenthums nicht mit der Vernunft im Streit ist.“ Während für den Osten Saadja der erste und zugleich der letzte mittelalterliche jüdische Philosoph ist beginnt im Westen mit der Glanzperiode der spanischen und provengalischen Juden die Philosophie sich erst recht zu entwickeln. Im nicht-christlichen Spanien waren die Juden in dem Studium der Philosophie den Arabern beinahe ein Jahrhundert voraus. Ibn Gabirol, der erste spanisch-jüdische Philosophj ist im Anfang, Ibn Badjeh erst gegen Ende des XI. Jahrhunderts geboren. Ueber Gabirol wird nun berichtet, auch nicht das abfällige Urtheil Abraham Ibn Dand’s verschwiegen, auch Bachja’s wird gedacht, ״der die jüdische Sittenlehre der Speculation gegenüber stellte״; darauf wendet sich der Verf. Juda Halevi zu, den er ״den heftigster Bestreiter der Philosophie“ nennt, der in seinem Werke Al Chosari ״eine glänzende Vertheidigung der jüdischen Religion״ lieferte, sodass die Vorliebe seiner Glaubensgenossen für den Chosari wohl erklärlich ist. ״Am Ende, so sagt schliesslich der Verfasser, besiegt Juda Hallewi’s dichterliches Gemüth seinen Verstand und er verfällt in den Mysticismus der Qabbala.“ Wird dieser Satz des Verfassers wohl allseitige Zu- Stimmung Anden? Von Abraham Ibn Daud sagt unser Verfasser, dass er der erste war, welcher den neuplatonischen Aristotelismus in direkten Verband mit der jüdischen Philosophie gebracht hat. Dadurch wird er^