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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1898-05-01 · 3 (Mai-Juni 1898) · p. Seite 76

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
III (1898)
Issue
3 (Mai-Juni 1898)
Date
1898-05-01
Page
Seite 76 (sequence 12)
Language
German
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76 die verschiedensten Völker der Erde zerstreut, gleichsam den Gesetzen der Geschichte trotzend, in keinem Volke aufgegangen ist, die Selbständigkeit seiner Race, seinen nationalen Charakter bewahrt hat (das.; wenn der Talmud kein anderes Verdienst hätte, als dieses, so haben wir auch .Grund genug, ihn teuer und heilig zu halten).יי Darum hasst Herr H. den Talmud; darum findet er in ihm ״nicht ein Maltt Roheit, Frivolität, Herzlosigkeit, Grausamkeit1) und ähnliche schöne Dinge (S. 6; s. auch S. 61 u. ö.); darum ist ihm dieHalacha—von der er nichts versteht und über die er, wenn ihm das seinem Wissen entsprechende Mass von Bescheidenheit nicht fehlte, ein Urteil zu fällen unterlassen sollte — ein Zeugnis von kläglicher Geistesarmut und Albernheit (S. 69); darum kann er es nicht verschmerzen, dass Duschak den Einfall hatte, die Ethik des Talmud ״in gewisser Hinsicht“ noch über diejenige des Evangeliums zu stellen (S. 15 Anm. 21); darum — ist das ganze Buch voll von Verkehrtheiten und Unrichtigkeiten aller Art. Wir müssten ein Buch schreiben, umfangreich wie das vorliegende, um die falsche Auffassung des Verf. bei jedem Citat aus dem Talmud nachzuweisen. Ausser der Tendenz, die Verf. nie ausser Acht lässt, hat daran der Umstand Schuld, dass H. mit der Grammatik auf Kriegsfuss steht und von etymologischer Worterklärung keine Ahnung hat (vergl. z. B. die famose Erklärung zu תיובתא, S. 63, und תיקו, S. 65, wo unsinniges Geschwätz angeführt wird, aber eine vernünftige Erklärung, die jedes Wörterbuch giebt, fehlt). Dass Verf. bewusste;Entstellungen nicht scheut, möge ein Beispiel erhärten: S. 150 erzählt Verf., das israelitische Volk habe nicht allein unterlassen, sich in die christliche Anschauung einzuleben, es strebt vielmehr, seit dem es in verschiedenen Ländern die Emancipation erlangt, das Gegenteil an, d. h. es will den talmudisch-jüdischen ״Weltgeist״ der christl. Gesellschaft aufoctroieren, weil das Ziel, das Ideal des Talmud in ultima analysi die religiös-sittliche Herrschaft des ׳ Talmudismus, die unbegrenzte Herrschaft der jüdischen Race über alle Völker ist. Das alles folgt, wie eine gelehrte Fussnote besagt, aus Sanhedrin 104 a, כל מקום שהם הולכין נעשין שרים לאדוניהם, was übersetzt wird: ״Ueberall, wo sie (die Juden) hingehen, sollen sie sich zu den Herrschern ihrer Herrn machen״!• Nein, Herr Professor Huber! So übersetzt man Talmud nicht, so schreibt man auch keine objective Kritik. Wer über das Wesen des Talmud sich unterrichten will und nicht selbst die Quellen zu Rathe ziehen kann, der wird Strack’s Einleitung benutzen, auf den ja Verf. selbst verweist, wenn es Zeit ist, sachlich zu sein (S. 37 Anm. 4); die wissenschaftliche Forschung wird über das neue Opus — wie über alle Tendenzwissenschaft — zur Tages- Ordnung übergehen.] HUMMEL AUER, PR. y., S. J., Nochmals der biblische Schöpfungsbericht. Preiburg i. B., Herder, 1898. IX u.. 132 S. M. 2,80. [Biblische Studien. Herausgegeben von Prof. Dr. 0. Bardenhewer. 3. Band. 2. Heft. ג) Verf. möge sich die Mühe nehmen, die Talmudstellen, die ein solches Urteil rechtfertigen, zu sammeln. Wir würden ihm mit einer entsprechenden Blumenlese aus dem Schrifttum dienen, das er für heilig und unantastbar, für den Gipfelpunkt aller Ethik hält. Eine Verteidigung dieses Schrifttums wird, bei ״objectiver“ — man muss sich genieren, das so oft missbrauchte Wort anzuwenden — Kritik, auch auf die talmudischen Stellen Anwendung finden. Pie Lektüre von Hoffmann’s ^Schulchan Aruch“ wäre dem Verf. zu empfehlen.^

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